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Wonder Boy: The Dragon's Trap

Kurztest: Wonder Boy: The Dragon's Trap

Sebastian Mauch, 11.05.2017

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Zugegeben, vor diesem Spiel habe ich noch nie auch nur eine Ahnung von der Wonder Boy-Spielreihe gehabt. Der nun erschienene Ableger Wonder Boy: The Dragon’s Trap versteht sich dabei als Remake des dritten Teils, welcher damals für unter anderem auf Segas Master System erschien. Nun haben alte Spiele ja oftmals das Problem, dass sie zwar ihren eigenen Charme haben, das Gameplay aber in den meisten Fällen sehr altbacken und sperrig wirkt. Ob das im Falle des Switch-Remakes auch so ist und wie mein Erstkontakt mit der Serie so verlaufen ist, das zeige ich euch im folgenden Kurztest.

Die Rückkehr eines Klassikers
Der Wunderjunge ist zurück, allerdings anders als damals. Im Kern ist das Spiel zwar dasselbe wie damals, das Remake bekam allerdings ein komplett neues Aussehen sowie einen neuen Soundtrack und deutsche Bildschirmtexte. Der Grafikstil weiß durchaus zu überzeugen, da er mit seinem putzigen Comic-Stil durch die Bank weg stimmig wirkt und das Thema des Originals perfekt einfängt. Hintergründen und Gegnern, denen man damals erst mithilfe der Fantasie Leben einhauchen musste, haben nun ab Werk einen richtigen Charakter und man weiß sofort, womit man es zu tun hat. Beim Soundtrack verhält es sich ähnlich, wobei dieser schon damals der reinste Ohrwurm war.

Woher aber weiß ich das wohl, wenn ich doch das Original nie selbst gespielt habe? Nun, in Wonder Boy: The Dragon’s Trap ist quasi das Urspiel fast komplett enthalten. Der Clou: Man sogar zwischen der alten und neuen Version wechseln – und das sogar nahtlos mitten im Spiel! Getestet wurde natürlich im wesentlich angenehmeren neuen Stil, doch oft ertappte ich mich, wie ich in diversen Situation die Grafik (per ZR-Taste) und/oder die Musik (per Druck auf den rechten Analog-Stick) wechselte. Oft ist es einfach interessant zu sehen, an welchen Stellen geschraubt wurde und wie sehr eine halbwegs moderne Optik das Spielgeschehen bereichern kann, ohne es zu beeinflussen. Um es nochmal zu betonen: Im Hintergrund läuft das Spiel wirklich 1:1 so wie damals ab, Puristen können den Titel also je nach Präferenz also auch komplett im „Retro-Modus“ durchspielen.

Wer bin ich, oder was bin ich?
So einfach ist diese Frage gar nicht zu beantworten. Der Hauptprotagonist ist natürlich der namensgebende Recke namens Wonder Boy. Als Alternative dazu kann man in der neuen Fassung auch als Wonder Girl ins Abenteuer starten. Diese Gestalt währt allerdings nicht sonderlich lange, denn der Fluch des bösen Meka-Drachen hat den Wunderknaben, beziehungsweise das Wundermädel in einen menschlich anmutenden Drachen verwandelt. In dieser Form kann man sich auf die Distanz mit kleinen Feuerstößen verteidigen und noch dazu ducken um feindlichen Geschossen auszuweichen. Im Laufe des Abenteuers nimmt man übrigens noch einige andere Formen an – wenn auch höchst unfreiwillig. So ist man stellenweise etwa als Mausling unterwegs und kann sogar an speziellen Blöcken die Wände oder sogar die Decke entlanglaufen. Oder als Piranhaling, der natürlich vor allem unter Wasser seine Stärken ausspielt, sich aber nicht ducken kann und recht groß ist. Ist man im Abenteuer etwas weiter fortgeschritten, hat man auf bestimmten magischen Podesten sogar die Möglichkeit, frei zwischen den tierischen Formen zu wechseln. So erschließt man sich nach und nach immer wieder neue unerforschte Gebiete. Leider ist man dabei oft auch auf Backtracking angewiesen, das teils verwirrende Weltdesign ist daher eine der großen Schwächen des Spiels.

Umso besser gelungen ist dafür das herrliche Retro-Gameplay. Im Kern beschränkt sich dieses aufs Springen und Schlagen, hin und wieder sammelt man allerdings zufällige Power-Ups ein. Diese kann man bequem mit den oberen Schultertasten auswählen und mit der A-Taste abfeuern. Diese kleinen Hilfen erledigen etwa im Falle des Blitzes alle sichtbaren Gegner, oder man schaltet etwa per Pfeil den Gegner direkt über der Spielfigur aus. Man selbst kann nämlich nur nach vorn schlagen oder schießen. Mit der X-Taste wird ein simples Menü aufgerufen, in welchem man seine Ausrüstung wie Schwerter, Rüstungen und Schilde begutachten und wählen kann. Davon gebraucht macht man aber letztlich im seltensten Falle, da neu erworbene – und meist stärkere Teile – eh automatisch angelegt werden.



Fazit:
Wonder Boy: The Dragon’s Trap fühlt sich nicht nur an wie eine Zeitreise in die Vergangenheit, sondern ist es auch – vorausgesetzt man will es. Der Fakt, dass man jederzeit nahtlos zwischen alt und neu wechseln kann, ist schon enorm reizend. Ebenso sind solche Features alles andere als selbstverständlich, mir persönlich ist so etwas jedenfalls noch nicht untergekommen. Abgerundet wird das Ganze durch die neuen, liebevoll animierten Grafiken, den charmanten Stil sowie den angenehm antreibenden Soundtrack. Zugegebenermaßen ist dieses Remake nur ein reines Facelifting, im Kern bekommt man nämlich dasselbe Spiel wie vor 28 Jahren. Das ist aber beileibe nichts Schlechtes, da sich The Dragon’s Trap auch heute noch sehr gut spielen lässt. Einzig zwei Dinge kann man dem dezent altbackenen Gamedesign ankreiden, nämlich A: die leicht verwirrende Levelgestaltung, und B: die teils fiesen Rücksetzpunkte. Stirbt man etwa bei dem Boss eines Abschnitts, landet man direkt wieder in dem Startörtchen und darf sich erst wieder durch den ganzen vorherigen Level ackern. Aber gut, so waren Spiele damals nun mal. Immerhin braucht man heute keine Passwörter mehr, um bei einem bestimmten Punkt weitermachen zu dürfen. Angesicht des recht hohen Preis von etwa 20 Euro kann ich das Spiel nur eingeschränkt weiterempfehlen. Wer Lust auf ein forderndes Retro-Remake hat, der kann hier beherzt zugreifen. Unentschlossene sollten hingegen lieber auf die ersten Rabattaktionen im eShop warten, das Spiel ist nämlich mit seinen gut fünf Stunden Spielzeit nicht sonderlich umfangreich.

Gespaltene Persönlichkeit: Sebastian Mauch [Paneka] für PlanetSwitch.de

Vielen Dank an DotEmu für die freundliche Bereitstellung des Reviewcodes.

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Schönes Remake eines SEGA-Urgesteins, das vor allem mit dem neuen Grafikgewand und forderndem Gameplay zu überzeugen weiß.

Wertung

Toller Grafikstil und Soundtrack…

…die sich nahtlos zur Retro-Version umschalten lassen

Angenehmer Schwierigkeitsgrad

Teils fiese Rücksetzpunkte

Etwas merkwürdiges Leveldesign

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Spielname:
Wonder Boy: The Dragon's Trap

Typ:
eShop Spiel

Jetzt Bestellen:
Zum Shop
Publisher:
DotEmu

Developer:
Lizardcube

Genre:
Jump 'n' Run

Release:
18.04.2017 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre

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Screenshots: