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Kurztest: KAMIKO

Sebastian Mauch, 12.05.2017

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Es gibt diese sündhaften teuren AAA-Produktionen, bei denen die Erwartungen so dermaßen hoch sind, dass solche Spiele nicht selten von der Community zerrissen werden. Dann gibt es da aber noch diese kleinen Titel, die bis zum Release – teilweise sogar danach – so gut wie niemand auf dem Schirm hat. Das Spiel KAMIKO aus dem Hause Flyhigh Works darf sich wohl definitiv zu letzterer Kategorie zählen. Ob der bereits erschienene eShop-Titel getrost weiter untergehen darf, oder ob sich dahinter eine kleine Spieleperle versteckt, das zeige ich euch im folgenden Kurztest.

Ein göttlicher Auftrag
Am Anfang des Spiels bekommt der Spieler quasi den einzigen Story-Happen zu Gesicht. Eine göttliche Gestalt schwebt vor der Protagonistin in einem altehrwürdigen Schrein und übermittelt uns unseren heiligen Auftrag in etwas schwer verständlichem Frühneuenglisch. Der Stil des Spiels ist dabei ganz klar an die japanische Glaubensrichtung Shintoismus angelehnt und erstrahlt in eine minimalistischen, aber nicht uncharmanten Pixel-Stil. Die Heldin des Abenteuers ist die im Titel bereits angedeutete Kamiko, eine Priesterin, die die Welt von dunklen Mächten befreien soll. Der Plot ist letzten Endes so platt wie er klingt und dient lediglich zur Orientierung am Anfang des Spiels. Nach dieser kurzen Einleitung rückt die Geschichte im Prinzip komplett aus dem Rampenlicht, dafür ist aber das flotte Gameplay umso präsenter.

Das hängt nämlich davon ab, für was für eine Kamiko-Priesterin sich der Spieler vor der Story-Einleitung entscheidet. Dabei hat man die Wahl zwischen der flinken Schwertkämpferin Yamato, die einen Bogen führende Uzume sowie Hinome. Letztere ist mit einem Dolch und einem magischen Schild bewaffnet, welchen sie als eine Art Bumerang zweckentfremdet. Jede dieser Kamikos verfügt über ihre ganz eigenen Attacken, auf die quasi nicht vorhandene Geschichte oder den Spielverlauf hat eure Wahl aber keinen Einfluss. Je nach Charakterin rast man mal schneller oder eher langsamer durch die insgesamt fünf thematisch unterschiedlichen Level. In jedem Gebiet ist die Aufgabe wiederum die gleich: Finde fünf von dunklen Mächten eingenommene Tore und reinige sie. Hat man alle Tore ausfindig gemacht, dann öffnet sich ein Teleporter im Zentrum der Karte und führt den Spieler zum Boss des Levels.

Neues Futter für Speedrunner
Das hört sich zugegebenermaßen nicht nach viel an, ist es letztlich auch nicht. In weniger als einer Stunde ist man dann nämlich auch schon durch und versetzt dem viel zu leichten Endboss den finalen Stoß. Übrigens ist auch der Rest des Spiels nicht wirklich schwer, da die Bosse und Gegner nicht wirklich fordern und man in der Welt stets genug Lebensenergie findet. Das alles macht KAMIKO zu einem sehr kurzen Titel, worin aber genau der Reiz des Spiels liegt. Im zweiten Durchlauf mit der flinken Schwertpriesterin brauchte ich im Test sogar nur etwas mehr als eine halbe Stunde für alle fünf Welten. Ihr seht also, der Titel ist abseits des entspannten Erstdurchganges vor allem hervorragend für Speedruns geeignet. Am agilsten – und damit wohl am geeignetsten für Speedruns - ist Yamato mit ihrem mächtigen Breitschwert. Die beiden anderen Kamikos fühlen sich mit ihren Waffen dagegen eher sperrig an.

Garniert wird der Speedrun-Spaß durch ein simples Kombosystem. Zerhaut man mehrere Gegner in Folge, geht der Zähler hoch. Braucht man jedoch zu lange oder wird zwischendrin getroffen, bricht die Kombo ab. Je höher die Kombo ausfällt, desto mehr Energie wird dem Konto der Heldin gutgeschrieben. Hier kommt der Clou: mit besagter Energie führt man nicht nur eine mächtige Spezialfähigkeit aus, sondern braucht sie auch als Währung zum Öffnen von Türen oder Kisten, beziehungsweise zum Reinigen eines Tores. Plumpes „Draufloshauen“ und Voranpreschen fällt also aus. Für Bestzeiten sollte man sich in den recht verworrenen Levels nämlich besser einen Wegplan zurechtlegen und dabei ganz genau darauf achten, welche Gegner man mitnimmt und welche man stehen lässt, um stets genug Energie parat zu haben.

Fazit:
KAMIKO ist beileibe kein tiefsinniges Spiel. Stattdessen glänzt es mit einer minimalistisch-charmanten Retro-Optik, einem zweckmäßigen Soundtrack und eher durchschnittlichem Hack ‘n‘ Slash-Gameplay. Der Plot ist vernachlässigbar und die Spielzeit gering. Dennoch zog es mich nach dem ersten Durchlauf in einen merkwürdigen Sog, sodass ich direkt nochmal mit den beiden anderen Kamikos durchrennen musste. Dabei wurde die Spielzeit stets geringer, da man die Gebiete kennenlernt. Da offenbart sich dann das hervorragende Speedrun-Potenzial. Praktischerweise lässt sich sogar eine Ingame-Stoppuhr einblenden. Wer ein kurzweiliges, aber motivierendes Schnetzel-Abenteuer sucht, der wird mit KAMIKO fündig. Für den sehr fairen Preis von knapp 5 Euro kann man außerdem auch als Unentschlossener mal einen Blick riskieren.

Im Auftrag des Allmächtigen: Sebastian Mauch [Paneka] für PlanetSwitch.de

Leserwertung:

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Ein kurzweiliges, aber charmantes Abenteuer, über das sich vor allem Speedrun-Fans freuen können.

Wertung

Drei unterschiedliche Charaktere

Ansprechender Pixel-Look

Sehr kurz

Quasi keine Geschichte

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Spielname:
KAMIKO

Typ:
eShop Spiel

Jetzt Bestellen:
Zum Shop
Publisher:
Flyhigh Works

Developer:
Skipmore

Genre:
Action

Release:
27.04.2017 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre

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