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Kurztest: Puyo Puyo Tetris

Nicola Hahn, 20.05.2017

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Puyo Puyo und Tetris zusammen, kann das gut gehen? Und dann noch als Vollpreistitel, wer kauft denn sowas? Zumindest letzteres kann ich vorab beantworten: Unser Chefredakteur hat es gekauft, sogar zwei Mal, und hat dabei den Spaß seines Lebens! Warum und weshalb man für Puyo Puyo Tetris also gleich 40 Euro zahlen könnte und wer erst lieber die Demo zockt, erfahrt ihr in meinem Testbericht.

Zwei Welten treffen aufeinander
Jeder kennt Tetris oder sollte zumindest schon mal was davon gehört haben. 1984 vom russischen Programmierer Alexei Paschitnow erfunden, gibt es inzwischen unzählige Abwandlungen der ursprünglichen Elektronika 60-Version, die besonders mit dem Game Boy so richtig durchstartete. Dabei blieb das Grundprinzip der Tetris-Rätsel bis heute gleich: Einer von sieben möglichen Tetrominos fällt von oben in den Bildschirm und kann vom Spieler verschoben, gedreht und nach unten beschleunigt werden. Ist der Stein unten angekommen, kommt auch schon das nächste Steinchen gefallen und will am Boden möglichst klug eingeordnet werden, bis eine vertikale Linie an Blöcken entsteht, die dann vom Spiel entfernt und mit Punkten belohnt wird. In den neueren Spielen wurde außerdem das Element eines Zwischenspeichers eingeführt, in der der aktuelle Stein verfrachtet werden kann, um ihn für einen späteren Einsatz aufzubewahren. Ist bereits ein Tetromino eingelagert, wird der aktuelle und der eingespeicherte getauscht.

Mit unzähligen Ablegern kann auch das Puzzlespiel Puyo Puyo punkten, dessen Grundprinzip nicht minder simpel ist: Wieder fallen Gebilde von oben nach unten, dieses Mal in Form der wabbeligen Puyos, die verschiedene Farben haben. Werden vier oder mehr gleichfarbige Puyos miteinander verbunden, lösen sich diese auf und, was in Tetris nicht passiert, die Puyos darüber rutschen nach. Begleitet wird der Puzzlespaß seit jeher von zahlreichen Charakteren, die sich inzwischen in der Puyo Puyo-Welt etabliert haben und gegeneinander antreten.

Kämpfen? So lösen wir Erdbewohner alle unsere Probleme.
So kommt es auch nicht von ungefähr, dass die Figuren aus der Puyo Puyo-Reihe wieder mit an Bord sind. Genauer gesagt sind sie mit an Bord der SS Tetra, dem Raumschiff von Captain Tee und seiner Crew. Blöderweise haben diese noch nie etwas von der Schleimstapelei gehört, während das Puyo Puyo-Team von Tetris keinen Schimmer hat. Das bietet sich für mich als Spieler aber sehr gut an, denn bin ich zwar mit den Prinzipien von Tetris betraut, von Puyo Puyo hatte ich aber bisher keine Ahnung. Beim Lernen der neuen Spielmechaniken hilft auch ein wirklich nützlicher Tutorial-Abschnitt, den ich anfangs gekonnt ignoriert habe und später im Kampf gegen Chefredakteur Tjark deswegen wohl ziemlich auf die Nase bekommen habe – mehr dazu im Video am Ende dieses Artikels. Hier werden nämlich nicht nur grundlegende Mechaniken vermittelt, sondern auch das fortgeschrittenere Spielen gelehrt. Und wer sich jetzt denkt: „Wie können denn zwei so simple Rätselspiele so viel Tiefgang erfordern?“, der wird staunen! Der Storymodus ist noch verhältnismäßig einfach zu schaffen, denn meist gilt es nur länger zu überleben als der Gegner. Deutlich anspruchsvoller wird es aber, wenn man in jedem Level auch noch ein Drei-Sterne-Rating erreichen will. Ohne besondere Tricks und Strategien ist das nämlich später in der Story nicht mehr möglich.

Aber spätestens im Multiplayer gegen den Rest der Welt werden alle Skills von den Spielern abverlangt. Um hier zu überleben, gilt es sehr klug zu bauen und vorauszuplanen. Hier kommt nämlich noch ein Kniff in die beiden Rätselspiele: Wer Linien schnell und viel baut, bringt den Gegner schnell in Schwierigkeiten, denn dann werden auf dem gegnerischen Screen zahlreiche graue Blöcke erstellt, die es dem Gegner schwerer machen, unterhalb der oberen Abgrenzung zu bleiben. Im normalen Match ist es übrigens für jeden von maximal vier Spielern möglich, selbstständig zwischen Tetris oder Puyo Puyo zu wählen. Das bedeutet aber auch, dass gute Puyo Puyo-Spieler mit schnellen Moves das Tetris-Feld des Gegners mit unerwünschten Blöcken bis an den Bildschirmrand füllen können und natürlich auch umgekehrt. Ganz interessant sind auch die vier anderen Modi: In Fusion fallen sowohl Puyos als auch Tetrominos ins Spielfeld, aber nur die Tetrissteine in einer Linie sind kombinierbar sowie die Puyos in der gleichen Farbe. Hinzu kommt noch, dass Tetrissteine durch die Puyos hindurchfallen, sodass die bunten Schleimtropfen immer oben liegen. Meist ermöglicht das ein Feuerwerk an Angriffen auf die Gegner, die diese dann rechtzeitig mit eigenen aufgelösten Puyos und Tetrislinien kontern müssen. Im Modus Swap wird abwechselnd Tetris und Puyo Puyo auf jeweils eigenen Spielfeldern gespielt. Der Zufall entscheidet, mit welchem Modus begonnen und dann 25 Sekunden gespielt wird. Mit Ablauf der Zeit werden die Felder getauscht und im jeweils anderen Modus bespielt. So kommt es also gerne vor, dass das Tetris-Feld schon bis oben gefüllt ist, aber das Puyo Puyo-Feld noch einige Attacken auf den Gegner zulässt und man so noch den Sieg erringen kann.

Weiter geht’s mit dem Party-Modus, der zahlreiche Items auf den Feldern platziert, die mit einer Tetris-Linie oder mit den Puyo-Farben eingesetzt werden können. So verdeckt ein Item die Felder der Gegner, während ein Suchlicht von rechts nach links baumelt und zeitweise nur beschränkte Sicht bietet. Oder die Steine und Puyos der Gegner werden gleich zu Beginn beschleunigt, was sie schwer zu kontrollieren macht. Hier endet aber der Spaß nicht nachdem man den oberen Rand des Spielfelds erreicht hat, sondern bestraft den Spieler nur mit einem ordentlichen Punkteabzug. Nach Ablauf eines Timers werden nämlich die Punktestände verglichen und der Gewinner gekürt. Zuletzt gibt es noch Big Bang: Hier gilt es, ein vorgefertigtes Spielfeld so zu lösen, dass alle Steine bzw. Puyos auf einmal aufgelöst werden. Erfahrene Spieler erkennen hier meist sofort was gefragt ist, Neulinge geraten dagegen schnell an ihre Grenzen und haben in diesem Modus das Nachsehen, da jeder Fehler bestraft wird und das Einholen des Gegners irgendwann unmöglich ist.



Fazit:
Nicola Hahn: Immer noch nicht von Puyo Puyo Tetris überzeugt? Keine Angst, wirklich uneingeschränkt zu empfehlen ist das Spiel nur für Kenner der Puyo Puyo-Serie und Liebhabern von Tetris. Alle anderen, mich eingeschlossen, sollten zuvor die überaus praktische Demo-Version anzocken um sich selbst ein Gefühl vom Spiel zu schaffen. Und hier gibt es keine Ausreden (na gut, vielleicht knapper Speicherplatz): Jeder Switch-Besitzer sollte diese Demo schon einmal gezockt haben, allein aus dem Grund, um mal wieder Tetris zu spielen. Die Matches sind meist in fünf Minuten durch, also perfekt für kurze Wartezeiten oder auch auf längeren Fahrten. Enthusiasten zocken die Vollversion natürlich auch am Fernseher bis der Storymodus keine Herausforderung mehr bietet und die Gegner aus aller Welt schon vor dem Namen des Spielers erzittern. 40 Euro ist der Titel durchaus wert, besonders dank den fünf Modi inklusive der fordernder Story und dem Online-Modus. Als Laie sollte man sich den Kauf trotzdem überlegen und erst zur kostenlosen Demo greifen bevor in den Vollpreistitel investiert.

Tjark Michael Wewetzer: Mein Kollege hat es ja eingangs bereits angeschnitten, aber ich liebe dieses Spiel abgöttisch. Zugegermaßen sollte man aber eine Affinität für den bunten Stil und eine Offenheit gegenüber Puyo Puyo zeigen. Natürlich lässt sich der Spielemix auch als reines Tetris zocken, nur verpasst man dabei mehr als die Hälfte und die wirklich spaßigen Modi entgehen einem dadurch auch. Egal ob im Swap-Modus, der mit brettübergreifenden Kombo-Mechaniken brilliert, oder im Fusion-Modus, bei dem ein guter Überblick über das Geschehen ebenso gefragt ist wie eine vorausschauende Spielweise, Abwechslung gibt es hier jedenfalls genug. Schade ist aber, dass die KI ziemlich zahnlos spielt. Wenn man erst einmal den Bogen raus hat, ist die Drei-Sterne-Komplettierung des Storymodus' keine große Aufgabe mehr. Der CPU-Härtegrad lässt sich auch nicht bemerkbar hochdrehen. Das Handicap-Feature reicht zudem praktisch gar nicht aus, um Vorsprünge bei der Spielfertigkeit auszugleichen. Was etwa bringt das schnelle Falltempo von Tetrissteinen, wenn ich ohnehin praktisch jeden Block sofort an seinen Platz rasen lasse? Die Gegner im gelungenen Online-Modus zeigen mir dann aber schnell, dass ich noch viel zu üben habe. Und wenn ich mich dann mal wieder für eine Stunde im Ausdauer-Versus-Modus gegen die KI verliere oder über die zwar belanglosen, aber doch herrlich albernen und unterhaltsam geschriebenen Story-Dialoge kaputtlache, dann wiegen die kleinen Wehwehchen von Puyo Puyo Tetris auch gar nicht mehr so schlimm. Für Puzzle-Fans ist diese Knobel-Kombo auf jeden Fall ein Must-Have!

Zwischen Stein und Schleim: Nicola Hahn [501.legion] und Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für PlanetSwitch.de

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Reviewcodes.

Leserwertung:

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Deine Wertung:

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Ein Puzzlespiel mit unglaublicher taktischer Tiefe, das aus zwei bekannten Spielen besteht - Super!

Wertung

Herausfordernde Story…

Zahlreiche Spielmodi

Online-Multiplayer

…die ziemlich belanglos und uninteressant ist

Keine deutschen Texte

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Spielname:
Puyo Puyo Tetris

Typ:
Switch-Spiel

Jetzt Bestellen:
Zum Shop
Publisher:
Sega

Developer:
Sega

Genre:
Geschicklichkeit

Release:
27.04.2017 (erschienen)

Multiplayer:
1-4 Spieler, auch online

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre

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