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Ultra Street Fighter II: The Final Challengers

Kurztest: Ultra Street Fighter II: The Final Challengers

Tjark Michael Wewetzer, 29.05.2017

2

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Eines der, wenn nicht sogar DAS Urgestein des Fighting Game-Genres ist ohne jeden Zweifel Street Fighter II. Wie kaum ein anderes Spiel prägte es eine ganze Generation und festigte, wie 2D-Prügler zu funktionieren haben. Extra für Nintendo Switch hat Capcom ebendiesen Klassiker wieder ausgebuddelt, um ihn mit ein paar Extras zu versehen und als Frischware zu verkaufen. Dass dies aber eher schlecht als recht gelungen ist, zeige ich euch im Test von Ultra Street Fighter II: The Final Challengers.

Der Großvater der Kampfspiele
Die erste Ernüchterung erfolgt sogleich im spärlichen Hauptmenü. Extras wie ein digitales Artbook, das Anpassen der Farbpaletten aller Charaktere und Spielstatistiken ausgenommen, finden sich gerade mal vier große Hauptmodi, die sich – mit einer einzigen Ausnahme – auch noch ziemlich ähneln. Entweder marschiert man im Arcade-Modus durch insgesamt zwölf Kämpfe in einer Reihe, versucht sich online wie offline an einzelnen Versus-Kämpfen, zieht mit einem Freund in den Kumpelkampf oder versucht sich am „Weg des Hado“ getauften Gimmick-Modus von Ultra Street Fighter II. Tiefgreifende Trainings-Modi wie die Kombo-Herausforderungen späterer Titel sucht man vergebens, als Anfänger fühlt man sich daher zunächst womöglich etwas überwältigt. Denn auch wenn Street Fighter II an sich recht zugänglich ist, steckt unter der Haube doch so einiges an Spieltiefe.

Die eigentlichen Kämpfe laufen so klassisch ab, wie man es von Fighting Games kennt. Ziel ist es, den Gegner mit gut abgestimmten Manövern auf die Matte zu schicken. Dazu stehen euch insgesamt sechs Angriffstasten – je drei Schläge und Tritte verschiedener Stärke – sowie eine Hand voll charakterspezifischer Special Moves zur Verfügung. Die Viertelkreis-Schlag-Tastenkombinationen für Ryus Feuerball oder Zangiefs Vollkreis-Würfe erfordern dabei etwas Einspielzeit, nach ein paar Übungsrunden sollte man aber die Basismanöver intus haben. Dass die jeweiligen Move-Listen aller Figuren jederzeit über das Pause-Menü aufrufbar sind, hilft natürlich ungemein. Nach einigen gelandeten Treffern wird zudem eine sogenannte Super Combo verfügbar, hinter der sich ein besonders aufwendiger Spezialangriff verbirgt. Dank der generellen Kürze der Runden könnt ihr dieses Manöver jedoch in der Regel nur einmal pro Runde vom Stapel lassen.

Wie Ultra ist es wirklich?
Klingt soweit ja nicht verkehrt und das Grundgerüst von Street Fighter II funktioniert noch immer tadellos, die Extras der Ultra-Auflage lassen allerdings ziemlich zu wünschen übrig. Der Kumpelkampf zum Beispiel ist im Prinzip eine Adaption des Dramatic Battle-Modus aus Street Fighter Alpha und lässt euch mit einem menschlichen oder KI-Partner gegen einen überstarken CPU-Gegner antreten. Blöd nur, dass dieser Modus stets gegen die vier selben Gegner ausgefochten wird und nach Abschluss der letzten Runde unzeremoniell mit einem Game Over endet. Der Arcade-Modus liefert wenigstens Alibi-Endsequenzen! „Der Weg des Hado“ kann man sogar komplett in der Pfeife rauchen. Theoretisch sollt ihr in diesem per Bewegungssteuerung kontrollierten Spielchen mit Ryus patentierten Spezialmanövern Wellen von Shadaloo-Soldaten unter dem Kommando von Erzschurke M. Bison plätten. Praktisch funktioniert die Bewegungseingabe selbst nach mehrfacher Neukalibrierung niemals wirklich richtig. Der Erfolg ist daher meist eine Frage des Glücks. Die unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen und Endlosmodi, die sich übrigens unsinnigerweise alle eine einzige Highscore-Anzeige teilen, helfen da auch nicht.

Auch der aus Super Street Fighter II Turbo HD Remix entliehene HD-Look sieht einfach amateurhaft aus. Die Hintergründe wirken nicht so gestochen scharf wie die Kämpfer, die Zwei-Frame-Animationen der stilistisch unpassenden Zuschauer passen ebenso wenig ins Gesamtbild. Letzteres ist gerade deswegen seltsam, weil die Kämpfer selbst dank der Turbo-Basis beinahe dermaßen abzittern, als würden sie unter einem Zuckerschock leiden. Immerhin ist der alte 16-Bit-Grafikstil ebenfalls einschaltbar und deutlich stimmiger als der HD-Versuch. Außerdem ist ein Online-Modus an Bord, der euch in Ranglistenkämpfe oder freie Fights einsteigen lässt. In meinen Testmatches kurz nach Release des Spiels - im Vorlauf waren die Online-Funktionen leider noch nicht verfügbar - liefen die Matches größtenteils zufriedenstellend, abhängig von der Verbindungsqualität beider Teilnehmer kam es aber mitunter schon mal zu derben Slowdowns.

Fazit:
Ach Mensch, Capcom… Da macht ihr nun also einen der größten Klassiker eurer 16-Bit-Glanztage für die neue Spielegeneration klar und was kommt dabei raus? Eine halbgare Neuauflage eines Download-Spiels aus Xbox 360-Zeiten, deren Extras irgendwie nicht zünden wollen. Ultra Street Fighter II: The Final Challengers bietet im Kern die übliche, gute Street Fighter-Erfahrung, wie man sie kennt und liebt. Über das Balancing und tiefgreifende Änderungen im Spielsystem kann ich mangels Fachwissen natürlich wenig sagen, doch im Arcade-Modus oder beim Versus-Duell mit menschlichen Gegnern kam trotzdem schnell Freude auf. So simpel das Urgestein des Genres wirken mag, so faszinierend, schnell und spaßig fallen die Matches schlussendlich aus. Nur leider reicht diese Basis allein nicht für einen mittelgroßen Release. Weder der Kumpelkampf noch der krampfige „Weg des Hado“ motivieren zu längeren Spielrunden, nach einer neugierigen Probesession lässt man diese beiden Gimmicks schlichtweg liegen. Und der HD-Grafikstil hätte echt noch einmal überarbeitet werden sollen, so billig wie er wirkt. Trotz aller Kritik sei aber gesagt: Wenn euch das Spiel mal für den schmalen Euro über den Weg läuft, ist es durchaus noch eine Überlegung wert. Wie angemerkt: Der Kern ist klasse. Nur wünscht man sich nach all den Jahren – und im Angesicht des Standard-Preises - irgendwie ein wenig mehr als eine minimal aufgeplusterte Neuauflage eines Arcade-Klassikers.

Bevorzugt eher Street Fighter IV: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für PlanetSwitch.de

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Reviewcodes.

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Was für eine verpasste Chance! Spärliche Neuauflage eines Meilensteins seines Genres.

Wertung

Einfach erlernbar…

…mit Spieltiefe für Profis

Online-Modus

Wenig dran mit mäßigen Extra-Modi

Steuerung im „Weg des Hado“ katastophal

HD-Grafikstil wirkt unausgegoren

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2 Kommentare

profil 222 comments
[29.05.2017 - 23:57 Uhr]
Regnat:
Vielen Dank für den schnellen Test.
Ich selbst bin dem Spiel weiterhin sehr zugeneigt. Werde ich mir noch zulegen.
profil 105 comments
[30.05.2017 - 08:47 Uhr]
JoWe:
Sehr schöner Test, vielen Dank! Da hätte Capcom mit ein bissl Herzblut wirklich was rausholen können. Schade, dass man nur im Hauptmenü den Grafikstil ändern kann und nicht direkt innerhalb des Spiels. Auch hätten Sie im HD-Modus den Animationen ein paar mehr Zwischensteps geben können - so wirken sie (durch HD noch verstärkt) sehr abgehackt.
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Spielname:
Ultra Street Fighter II: The Final Challengers

Typ:
Switch-Spiel

Jetzt Bestellen:
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Publisher:
Capcom

Developer:
Capcom

Genre:
Fighting

Release:
26.05.2017 (erschienen)

Multiplayer:
1-2 Spieler, auch online

Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre

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