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Review: Splatoon 2

Tjark Michael Wewetzer, 18.07.2017

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Die Inklinge ziehen um! Auf der Wii U ist immerhin das ganze Review nun schon mehr als reichlich mit Farbe bedeckt, von daher wird ein neues Territorium für packende Tintenschlachten fällig. Da bietet sich die Switch doch geradezu perfekt an! Immerhin führt die Konsole eines der Konzepte der letzten gescheiterten Heimkonsole von Nintendo fort und bedarf nur einiger kleiner Anpassungen, um auf dem neuen Gerät genauso sauber zu funktionieren. Aber hat Splatoon 2 diese Hürde mit Bravour meistern können? Und verdient das Spiel überhaupt seine Zahl im Titel? Das lässt sich nur auf dem Schlachtfeld klären, das ich mir ausführlich angeschaut habe!

Wilde Klecksereien in Inkopolis
Die Kernattraktion des Spiels sind die Online-Gefechte, die sich über die zentrale Lobby aufrufen lassen. Zunächst lässt man neue Inkling-Schützen lediglich an die unbewerteten Revierkämpfe ran, sobald man da jedoch genügend Erfahrung(spunkte) gesammelt hat, öffnen sich die Ranglisten-Fights. Für jeden neuen Fisch im Teich eine einmalige Gelegenheit, sich erst in lockerer Umgebung mit dem grundlegenden Spielprinzip und den stufenweise freischaltbaren Waffen vertraut zu machen. Kenner des Vorgängers müssen die Tour aber selbstredend ebenfalls mitmachen, was zumindest durch fließiges Spielen recht schnell geht. In meinem Fall sind nur wenige durchzockte Nachmittage vergangen, bis ich für die Rangkämpfe freigeschaltet war – trotz der recht überschaubaren Anzahl an Spielern, die im Vorfeld der Veröffentlichung auf die Server zugreifen konnten.

Eher ungewöhnlich für Shooter geht es bei Splatoon eigentlich nie um pure Abschüsse der gegnerischen Teammitglieder. Stattdessen gilt es, je nach Modus ein bestimmtes Ziel zu erfüllen. In den Revierkämpfen habt ihr etwa so viel Bodenfläche wie möglich mit der Farbe eurer Truppe einzukleistern, während im Turmkommando-Modus eine sich bewegende Plattform vorangeschoben werden muss, indem sich Verbündete auf dieser platzieren. Dass das direkte Wegräumen der Opposition trotzdem nicht ausbleibt, versteht sich von selbst, allerdings gewinnt Splatoon durch die Färbemechanik eine erfrischende Eigendynamik. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Farbflächen auch die Mobilität der Inklinge beeinflussen. Fremde Kleckse sorgen für schweres Vorankommen, während man in eigenen sogar untertauchen und so schnell voranpreschen oder seinen Tintenvorrat nachladen kann. Selbst in den Rangkampf-Modi, die sich mehr um konkrete Ziele anstelle von allgemeiner Einfärbung drehen, lohnt es sich also, den Boden zu bekleckern. Untergründe gibt es dabei übrigens reichlich: Acht Karten, davon sechs komplett neu und zwei mit leichten Anpassungen aus dem Vorgänger übernommen, stehen als Spielplatz zur Verfügung. Frei bespielen könnt ihr sie online jedoch nicht. Stattdessen werden alle zwei Stunden jeweils zwei Karten pro Modus herausgepickt, auf denen ihr um Ruhm und Spaß kämpft. Ein wenig ärgerlich und doch verständlich, denn so sind wenigstens alle Gebiete im Einsatz. Private Gefechte im lokalen Drahtlosnetzwerk oder Online-Räumen erlauben natürlich auch die Einstellung eurer Wunschkarte.

Womit streichen wir die Stadt heute an?
Für die Kleckserei gibt es natürlich eine Vielzahl an Werkzeugen, der Großteil davon bereits aus Teil 1 bekannt. Ob Airbrush-Maschinengewehr, Farbkugel-Blaster, Tintenstrahl-Scharfschützengewehr oder gar Farbeimer – das Arsenal ist ebenso kreativ wie vielfältig. Je nach Karte und Spielmodus kann es sich lohnen, auf bestimmte Tintenschleudern umzusatteln, prinzipiell könnt ihr mit reichlich Übung und Geschick aber mit jeder Waffe Erfolge feiern. Die Sniper-Waffen mögen beispielsweise zunächst so wirken, als seien sie lediglich zum gezielten Abschuss geeignet, doch die vom Schuss hinterlassene lange Tintenspur ist auch in Revierkämpfen förderlich. Neu im Aufgebot sind die dabei übrigens die Doppler – zwei Schnellfeuer-Pistolen, die Ausweichrollen ermöglichen. Der neue Waffentypus fügt sich gut ins Arsenal ein und macht dabei auch mächtig Laune, auch wenn er sich nicht immer so deutlich von den ebenfalls nicht gerade langsam feuernden Normalo-Klecksern abgegrenzt fühlen mag. Ein zukünftiges Update soll mit dem regenschirmartigen Pluviator eine weitere Gattung für spritzige Multiplayer-Gefechte fit machen.

Doch Splatoon wäre ja nicht das Mario Kart unter den Team-Shootern, wenn es nicht noch einen anderen Chaos-Faktor in seinem Spielsystem verbergen würde. Zum einen handelt es sich bei jeder Waffe eigentlich um ein ganzes Set inklusive einer Sub-Waffe, beispielsweise Bomben oder Sprinkler, sowie einer Extra-Waffe. Letztere sind dabei im Vergleich zum Vorgänger beinahe komplett ausgetauscht worden. Habt ihr durch Gebietseinfärbung genug genug Extra-Energie gesammelt, könnt ihr nun etwa euren Gegnern mit einem Jetpack einheizen, sie mit dem behäbigen Hochdruckverunreiniger durch Wände hinweg aufs Korn nehmen oder per Schwarmraketen-Salve einen schmutzigen Explosionshagel auf sie herabregnen lassen. Trotz ihrer Power garantieren die Extras jedoch keinen Sieg und können von geübten Spielern einfach umgangen werden. Trotzdem sorgen sie ohne jeden Zweifel für etwas mehr erfrischende Hektik und Abwechslung auf dem Schlachtfeld.

Schade ist jedoch, dass wieder einmal kein schneller Wechsel eurer Ausrüstung möglich ist. Wollt ihr zwischen den Partien mit zufälligen Gegnern eure Kleidung oder Waffen anpassen, müsst ihr aus der momentanen Gruppe aussteigen und über das Lobby-Menü eure Einstellungen vornehmen. Nur private Spiele unter Freunden erlauben es euch, auch ohne Umweg Anpassungen vorzunehmen. Das nervt gerade dann, wenn man alle Zufallseffekte der aktuell getragenen Klamotten freigelegt hat. Die Mode der Inklinge sieht nämlich nicht nur stylisch aus, sondern verfügt über einen Kerneffekt sowie bis zu drei schwächere Unterstützungseffekte, die durch Teilnahme an Online-Kämpfen freigeschaltet werden. Dieser vom Zufall abhängige Prozess wurde übrigens etwas entschärft: So könnt ihr bei der Imbissbude von Shrimpson Getränke erwerben, die die Chance auf bestimmte Effekte erhöhen, oder unliebsame Boni vom Seeigel-Knaben Sid in Fragmente zerlegen lassen und diese später in ein anderes Ausrüstungsstück einbauen – gegen einen beträchtlichen Betrag an in Revierkämpfen verdientem Geld, versteht sich.

Zwischen Schichtarbeit und Heldentum
Nur rückt Shrimpson seine Ware nicht einfach so gegen Bares raus. Es braucht Coupons, die sich im einzigen wirklich brandneuen Modus von Splatoon 2 erspielen lassen: Dem Salmon Run. Dahinter verbirgt sich ein recht simpler Horde-Modus, bei dem bis zu vier Spieler auf einer kleinen Insel mit festgelegten Waffen gegen drei Angriffswellen von fiesen Salmoniden antreten. Pro Welle gilt es dabei, eine bestimmte Anzahl von goldenen Fischeiern in einen bereitstehenden Korb zu schleppen. Einfacher gesagt als getan, schließlich wird des güldene Gut von immer wieder aufkreuzenden Boss-Salmoniden bewacht! Leider fehlt es dem Salmon Run in der jetzigen Form ziemlich an Reizkraft. Zwar erspielt ihr mit Erfolgen schnell zufällige Belohnungen und mit steigendem Rang werden die Gefechte auch extrem stressig und knifflig, doch selbst die in jeder Runde anders antretende Salmoniden-Schar kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass zwei Karten für den Modus schlichtweg zu wenig sind. Nur zu schnell habe ich mich hier sattgesehen und dass pro Salmon Run-Phase – der Modus ist auch nur zu bestimmten Zeiten spielbar – könnt ihr gerade mal eine der beiden Karten spielen. Zudem ist der Modus deutlich auf vollständige Teams von vier Spielern ausgelegt. Sollten sich nicht genug Teilnehmer finden, starten die Runden zwar auch mit drei, zwei oder gar nur einem Salmoniden-Jäger, doch selbst die angepasste Anzahl an notwendigen Gold-Fischeiern ändert nichts daran, dass kleinere Gruppen sich schnell ziemlich überwältigt fühlen.

Apropos Solo-Ausflüge: Eine kleine Einzelspieler-Kampagne gibt es natürlich auch wieder. Im so genannten Heldenmodus stürzt ihr euch als Agent Nr. 4 im Auftrag des Pop-Sternchens Limone in den Okto-Canyon, um dem Verschwinden des Riesen-Elektrowelses von Inkopolis auf den Grund zu gehen. Was sich wie ein Alibi-Einzelspielermodus mit einem Hauch von Tutorial anhört, erweist sich jedoch recht schnell als ausgeklügelter Action-Plattformer mit abwechslungsreichen Szenarien. Je nach Level müsst ihr dabei sogar beim Erstanlauf mal auf andere Waffen zurückgreifen und werdet so mit allem vertraut gemacht, was Splatoon 2 zu bieten hat. Mit seinen etwa sieben Stunden ist die Kampagne jetzt nicht furchtbar lang, doch sie unterhält von Anfang bis Ende und bietet dank versteckter Coupons, Aufrüstungsobjekte und Schriftrollen mit unterhaltsamen Anekdoten genug Anreize für gründliche Durchmärsche.

Die schönste Farbschlacht, die es je gab
In technischer Hinsicht gibt sich Splatoon 2 nur wenige Blößen. Die stilsichere Optik mit ihrem urbanen Touch gefällt sofort, bei den actionreichen Revierkämpfen zeigen sich die Farbkleckse allesamt von ihrer besten Seite – zumindest wenn man von gelegentlichen groben Rändern absieht. Dabei läuft die bunte Ballerei auch stets flüssig, nur das rein kosmetische Inkopolis-Hubareal wird in einer merkbar niedrigeren Bildrate dargestellt. Ferner wird die stylische Aufmachung durch einen äußerst peppigen Soundtrack gestützt, der gerade mit dem Musikstück für die letzte Minute einer Schlacht gekonnt anstachelt. In Sachen Steuerung muss ich gestehen, dass ich nach meinen Ersteindrücken mittlerweile mit dem Handheld-Modus warmgeworden bin. Wenn man auf die Bewegungssteuerung zur Feinjustierung setzt, ist das nach wie vor ein anderes Gefühl als im Wii U-Vorgänger, doch die richtigen Bewegungen kann man sich aneignen und mit den Sensitivitätseinstellungen an seine Bedürfnisse anpassen. Ärgerlich ist natürlich, dass der rechte Stick bei aktiven Motion Controls wieder einmal nur die horizontale Kamerakontrolle ermöglicht, doch da im Multiplayer-Modus nur sehr selten großartig auf- oder abgeschaut werden muss, fällt das nicht allzu stark ins Gewicht. Und wer auf den Bewegungskram überhaupt nicht steht, der kann ihn natürlich auch komplett abschalten und seine Schüsse gänzlich mit dem rechten Stick justieren.

Bei einem Online-Spiel ist jedoch noch eine weitere technische Angelegenheit von gravierender Bedeutung: Die Verbindungsstabilität. In meinen Testphasen sind mir persönlich nur wenige Aussetzer untergekommen, auch wenn andere Spieler augenscheinlich mit seltenen Verbindungsabbrüchen zu kämpfen hatten. Weitestgehend waren stabile Partien möglich. Angesichts der überschaubaren Spielermenge im Review-Zeitraum kann sich das natürlich mit dem Release schlagartig ändern, wie das Splatfest-Vorprogramm zeigte. Das wird leider erst die Zukunft zeigen können. Gleiches gilt für die Performance des begleitenden Splat2 Nets, das als Teil der Nintendo Switch Online-App für Smartphones verfügbar sein wird und zum Testzeitpunkt noch nicht verfügbar war. Dementsprechend kann ich keinerlei Aussagen bezüglich der Organisierung von Spielen unter Freunden oder Voice-Chat-Plaudereien sagen. Smartphonelose Zocker können jedoch aufatmen: Auch ohne App lassen sich private Online-Partien organisieren, sofern ihr euch mit euren Kameraden anderweitig absprechen könnt.



Fazit:
Nun muss ich gestehen, dass ich mit dem ersten Splatoon zum Release ziemlich viel Spaß hatte, im Laufe der Monate nach einigen Updates jedoch irgendwie den Anschluss verlor. Entsprechend besorgt war ich um Splatoon 2, wo es doch nur wie ein bloßes Update des Erstlings wirkte. Doch diese Sorgen waren schnell beiseite gewischt worden, denn nach einem umfassenden Trip durch den Okto-Canyon war ich richtig heiß auf die Multiplayer-Schlachten. Und was soll ich sagen? Es hat sich definitiv gelohnt! Wann immer ich eine freie Minute hatte, zog es mich unweigerlich zurück in die Revierkämpfe. Die acht Karten erweisen sich als äußerst ausgeklügelt und ermöglichen spannende Kämpfe, bei denen sich das Blatt bis zur letzten Sekunde wenden kann. Die vielfältigen Waffen bringen reichlich Abwechslung in die Multiplayer-Gefechte, auch wenn ihr mir nach wie vor einen Ausrüstungswechsel ohne Umweg ins Lobby-Menü wünschen würde. Und die Steuerung, ob nun im Handheld-Modus oder mit dem Joy-Con-Grip in der Hand vor dem TV-Bildschirm ist so erstklassig, dass selbst ich Shooter-Niete Präzisionsschüsse zustande bringen kann. Natürlich gibt es noch immer ein paar Baustellen. So sorgt das Kartenrotationssystem zwar dafür, dass alle Karten stets gespielt werden, doch bei gerade mal zwei Spielplätzen pro Zwei-Stunden-Block leidet die Abwechslung ein wenig. Der Salmon Run leidet in dieser Beziehung sogar noch stärker, bietet dieser Modus doch ohnehin gerade einmal zwei Gebiete, von denen nur eines pro Phase gespielt wird. Doch diese Kleinigkeiten ändern nichts an der ehrlichen Freude, die ich beim Spielen verspürt habe. Für mich zählt Splatoon 2 daher ohne jeden Zweifel zu den besten Shootern, die ich je gespielt habe!

Ist für diese Sauerei verantwortlich: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für PlanetSwitch.de

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Reviewcodes.

Leserwertung:

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-
So spaßig wie eh und je: Splatoon 2 glänzt mit spannenden Farbschlachten und seinem nach wie vor frischem Shooter-Konzept, das unweigerlich an die Konsole fesselt.

Wertung

MULTIPLAYER:

9.0

UMFANG:

8.0

STYLE:

9.0
87
von 100

Spaßige Revierkämpfe

Abwechslungsreiche Modi

Vielfältige Waffenauswahl

Schnell erlerntes Spielkonzept…

…das genug Raum für Profis lässt

Gelungene Karten

Ausgefeilte Solo-Kampagne

Geschmeidige Steuerung

Herrlich bunter Grafikstil

Einmaliger Soundtrack

Salmon Run wirkt ziemlich unterfüttert

Kein Ausrüstungswechsel während der Spielersuche möglich

Limitierte Kartenrotation

Voice Chat nur über Smartphone-App

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Spielname:
Splatoon 2

Typ:
Switch-Spiel

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Publisher:
Nintendo

Developer:
Nintendo

Genre:
Shooter

Release:
21.07.2017 (erschienen)

Multiplayer:
1-8 Spieler, auch online

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre

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