PlanetSwitch Planet3DS PlanetVita PSP.de PlanetiPhone Classics Forum

PGN-ID:[?] (Nicht eingeloggt)
Login
Registrieren
PlanetDS PlanetGameboy N-Page.de

Fate/Extella: The Umbral Star

Review: Fate/Extella: The Umbral Star

Tjark Michael Wewetzer, 21.07.2017

0

Test mögen: Weitersagen:

Der Heilige Gral. Ein mystisches Objekt, dem gerne große Macht zugesprochen wird. Etwas, worum viele Kriege gefochten wurden. Und er ist auch Gegenstand der Fate-Reihe, die mit der japanexklusiven Visual Novel Fate/stay night im Jahre 2004 ihren Anfang nahm. Im Spin-Off Fate/Extella: The Umbral Star mag der letzte Gralkrieg zwar bereits abgeschlossen sein, doch Konfliktpotential besteht weiterhin. Gut so, andererseits würde das Action-Spiel im Dynasty Warriors-Stil auch eher schlecht funktionieren. Was es mit dem neuen Krieg auf sich hat und ob Marvelous' erster Switch-Titel sich als heimlicher Kracher erweist, das kläre ich in diesem Test.

Nach dem Krieg ist vor dem Krieg
Fate/Extella versteht sich als Fortsetzung des PSP-Rollenspiels Fate/Extra, verlangt aber prinzipiell kein Vorwissen – zumal einige der Ereignisse dezent an die Bedürfnisse der neuen Handlung angepasst wurden. Wichtig ist nur: Euer Spielercharakter, der weiblich oder männlich sein kann, konnte sich im großen Gralkrieg des virtuellen SE.RA.PH-Systems gegen eine beträchtliche Anzahl an Konkurrenten durchsetzen und herrscht nun Seite an Seite mit seinem Servant – ein aus der Weltgeschichte entliehener Heldengeist – über die digitale Welt. So zumindest die Theorie, praktisch ist auch SE.RA.PH nicht vor Fehlern gefeilt, weswegen ihr unter der Anleitung des Systemwächters Archimedes den Ungereimtheiten auf den Grund geht. Diese umfassen zum Beispiel die Machenschaften anderer Servants, die sich klammheimlich Gebiete unter den Nagel gerissen haben. An der Seite des Heldengeistes Nero Claudius zieht ihr in der ersten der mehreren Geschichten von Fate/Extella in die Schlacht, die Folgehandlungen lassen euch den Stoff aus anderen Perspektiven erleben. Die leider nur mit englischen Texten verfügbare Geschichte ist übrigens weitaus komplexer, als dieser kurze Umriss vermuten lässt. Ganz gemäß der Visual-Novel-Wurzeln müsst ihr zudem mit ziemlich viel Text rechnen, was beizeiten trotz der unterhaltsam geschriebenen Dialoge schon mal stört. Wer keine Lust auf das Palaver hat oder sich von den ständigen Flirtereien der Haupt-Servants genervt fühlt, kann natürlich sämtliche Zwischensequenzen auch komplett überspringen. Und solltet ihr angesichts der obigen sowie aller kommenden Fachbegriffe nur Bahnhof verstehen: Für solche Fälle bietet das Spiel ein kompaktes Kompendium, dessen Auszüge auch die Ladebildschirme zieren.

Der Kampfverlauf ist äußerst simpel: Ziel einer jeden Schlacht ist es, die Eroberungsmatrix zu komplettieren und anschließend einen Boss-Servant in die Knie zu zwingen. Übersetzt ins Gameplay bedeutet dies, dass es die auf der Karte verteilten Gebiete zu erobern gilt, bis der Endgegner aufkreuzt oder sich ein Portal in seine Kammer öffnet. Und um das zu bewerkstelligen, müssen scharenweiße Fußsoldaten ihr Leben lassen. Mit simplen Tastenkombinationen entfesselt ihr ziemlich effektvolle Angriffe, die ihr mit einer mächtigen Abschluss-Attacke enden lassen könnt. Dank der recht stattlichen Anzahl an sichtbaren Feinden kommt ein richtig gutes Machtgefühl auf, auch wenn – ganz wie für das Subgenre üblich – die Standard-Soldaten nur selten wirklich aktiv ins Geschehen eingreifen und daher kaum eine tatsächliche Gefahr darstellen. Gelegentliche Sondereinheiten mit aktiverem Verhalten sind unter dem Fußvolk selten. Stattdessen zieht Fate/Extella für diese Bedürfnisse so genannte Aggressoren heran, die nach einer bestimmten Menge umgehauener Fußsoldaten auftauchen. Da ein Sektor erst dann in euren Besitz übergeht, wenn ihr alle feindlichen Aggressoren vertrieben habt, müsst ihr euch auf teils ziemlich langwieriges Tastengehämmer einstellen. Für die Höchstwertung einer Stage wollen zudem alle Gebiete unter eure Kontrolle gebracht werden. Kein Wunder also, dass eine durchschnittliche Stufe gut und gerne mal über 20 Minuten in Anspruch nimmt!

Die Kunst, an verschiedenen Orten gleichzeitig zu sein
Dass dabei trotzdem keine Langeweile aufkommt, verdankt Fate/Extella diversen Gemeinheiten, die es euch an den Kopf wirft. So warten viele Stages mit Sonderzielen auf, die es möglichst schnell zu bewältigen gilt. Ein Kampf verlangt von euch etwa zu Beginn, dass ihr bestimmte Gebiete einnehmt und so den schwächenden Effekt einer Spezialattacke der Gorgonin Medusa aufhebt, während an anderer Stelle ein besonders starker feindlicher Servant für Druck sorgt und zunächst zu eurem mächtigsten Verbündeten gelockt werden muss. Ausnahmslos jedes größere Schlachtfeld wartet zudem mit Gegner-Generatoren auf, die Aggressoren in eure Sektoren schicken und diese so erobern. Nicht selten findet man sich daher in starken Stress-Situationen, weil man gefühlt an sieben verschiedenen Fronten gleichzeitig gebraucht wird, zumal die eigenen Einheiten außerhalb von geskripteten Ereignissen praktisch gar nichts leisten und alles an euch hängen bleibt. Doch man merkt schnell, dass hinter dem Wahnsinn Methode steckt und jede noch so schwierig erscheinende Herausforderung mit der richtigen Strategie machbar ist.

Dazu gehört auch, das volle Potential seines Servants auszukosten. Nebst normalen Angriffen stehen euch nämlich auch verschiedene, mächtige Sonderaktionen zur Verfügung. Das Extella-Manöver eignet sich etwa hervorragend, um größere Feindesgruppen auszuschalten und so schneller Aggressoren heraufzubeschwören, während der stärkende Moon-Crux-Modus perfekt zum Pulverisieren von Bossen ist. Nicht zuletzt verfügt jeder Servant über einen so genannten Noble Phantasm – ein Super-Angriff, der für gewaltigen Schaden sorgt. Leider ist die Nutzung von auf dem Schlachtfeld aufgesammelten Phantasm-Schaltkreisen abhängig, derer es in der Regel nur genug für eine Ladung gibt. Für weitere Anpassungen gibt es ausrüstbare Code Casts, mit denen ihr im Kampf gewisse Stärkungseffekte wie Elementarschilde oder Energiewiederherstellung bewirken könnt, und kleinere Install Skills, die etwa eure allgemeine Angriffskraft verstärken oder die Generierung von Extella-Energie erhöhen. Auf normalem Schwierigkeitsgrad sind derartige Detailanpassungen in der Regel nicht notwendig, helfen aber ungemein, inmitten der Wust aus Generatoren und Aggressoren die Oberhand zu behalten. Gerade die Wahl der Code Casts will bedacht sein, denn manche Stufen beinhalten Sektor-Fallen, die sich nur mit einem passenden Elementarschutz umgehen lassen.

An Umfang mangelt es Fate/Extella wahrlich nicht. Allein die Hauptgeschichte mit ihren Handlungssträngen kann bereits je nach Lesetempo um die 15 bis 20 Stunden beanspruchen. Mit dem Abschluss der Kernkapitel werden zudem zahlreiche Nebengeschichten um die anderen Servants im Dienste der Kommandanten freigeschaltet. Dummerweise bieten diese im Schnitt etwas über eine Stunde kurzen Erzählungen nicht gerade viel Abwechslung. Zwar ist es löblich, dass sich die insgesamt 16 Charaktere merklich unterschiedlich spielen, doch ändert das nichts daran, dass ihr im Zuge der kurzen Zusatzgeschichten viele Wiederholungen durchmachen müsst. Wirklich einzigartig sind nur wenige der Level, was ziemlich auf die Motivation drücken kann. Dazu trägt auch die allgemeine Armut an unterschiedlichen Stages bei. Gerade einmal fünf Schlachtfeld-Designs werden euch geboten, deren Versatzstücke lediglich von Stufe zu Stufe anders zusammengesetzt werden – und manchmal nicht einmal das.

SE.RA.PH-Technikcheck
Als erstes Action-Spiel mit massenweise Gegnern auf dem Schirm stellt sich unweigerlich die Frage: Wie fällt eigentlich die Performance aus? Tatsächlich gar nicht mal übel. Fate/Extella läuft trotz Effektgewitter und Feindesscharen mit einer recht stabilen Bildrate, was aufgrund des flotten Gameplays umso erfreulicher ist. Lediglich beim allerletzten Endboss muss sich die Switch geschlagen geben und ein ruckeliges Bild rausgeben. Die Umgebungen und Charaktermodelle sehen dabei zudem recht ordentlich aus, auch wenn sich in einigen Fällen kleine Schönheitsfehler bemerkbar machen – bestimmte Lichteffekte oder die Schatten der Figuren wirken nämlich ziemlich pixelig. Ebenfalls unschön: In den langen Dialogsequenzen werden zwar ständig 2D-Bilder mit wechselnden Gesichtszügen eingeblendet, die eigentlichen 3D-Modelle behalten jedoch häufig ihren starren Ausdruck bei. In Sachen Extra-Ausstattung kommt die Switch-Version übrigens mit sämtlichen Download-Zusätzen des PS4- und PS Vita-Originals daher. Dabei handelt es sich jedoch durch die Bank „nur“ um Kostüme für die Charaktere, von denen einige sogar erst im Spielverlauf freigeschaltet werden müssen. Dennoch zumindest eine nette Aufmerksamkeit für Switch-Spieler, die mit dem Unshackled-Bride-Outfit für Nero zudem ein exklusives Zusatzkostüm erhalten.



Fazit:
Man mag es vielleicht im Angesicht der vielen Schwachpunkte nicht sofort erkennen, aber ich persönlich halte Fate/Extella: The Umbral Star für einen der gelungeneren Dynasty Warriors-Klone auf dem Markt. Auch wenn die Gefechte schlussendlich simpel ausfallen und die Übernahme eines Sektors etwas langwierig werden kann, so sorgt das Spiel doch stets für ausreichend Druck, um zu Höchstleistungen anzuspornen und die Sache ernst zu nehmen. Andernfalls verliert man schnell einen Sektor zu viel und darf die Schlacht von vorn beginnen. Die umfassende Rahmenhandlung, so sehr sie sich stellenweise auch ziehen mag, ist trotz kleinerer Schwächen ebenfalls nicht uninteressant geschrieben und treibt bis zum Schluss an – zumindest, sofern man sich durch das ständige Liebesgesäusel seiner Haupt-Servants nicht komplett abgeschreckt fühlt. Trotzdem steht Fate/Extella noch bemerkbar hinter seinem Vorbild zurück. Die Nebengeschichten der dreizehn Servants geringerer Wichtigkeit fallen besonders stark durch ihr Missionsrecycling auf und wirklich tiefgründig ist keine dieser Zusatzhandlungen. Auch kann der Eroberungsprozess auf Dauer ziemlich ermüden, gerade in Anbetracht der langen Spielzeit pro Stage. Aber wenn euch diese Makel nicht abschrecken und ihr Lust auf ein effektreiches Action-Spiel zum Abschalten habt, dann seid ihr hier trotzdem recht gut aufgehoben.

Mann im Mond: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für PlanetSwitch.de

Vielen Dank an Marvelous für die freundliche Bereitstellung des Reviewcodes.

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Flotter Dynasty Warriors-Klon für stressresistente Action-Fans, der sich jedoch ziemlich langgezogen anfühlt.

Wertung

STORY:

7.0

CHARAKTERVIELFALT:

8.0

ABWECHSLUNG:

5.0
69
von 100

Umfassende Rahmenhandlung…

Pfeilschnelles Gameplay

Äußerst unterschiedliche Charaktere

Spannender Eroberungswettstreit

Technisch solide

Inklusive aller DLC-Kostüme

…die in ausschweifenden Textsequenzen erzählt wird

Langwierige Sektoren-Eroberungen

Wenig Umgebungen

Reichlich Level-Wiederholungen bei den Nebengeschichten

Keine deutsche Übersetzung

Wie werten wir?

Kommentare verstecken

0 Kommentare


- Noch keine Kommentare vorhanden -

Um Kommentare zu schreiben, bitte oben einloggen oder jetzt Registrieren!


Spielname:
Fate/Extella: The Umbral Star

Typ:
Switch-Spiel

Jetzt Bestellen:
Zum Shop
Publisher:
Marvelous

Developer:
Marvelous

Genre:
Action

Release:
21.07.2017 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre

Spiel mögen:

Weitersagen:


Screenshots: