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Retro City Rampage DX

Kurztest: Retro City Rampage DX

Nicola Hahn, 15.08.2017

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Möchtet ihr eine meiner alten Gangsterstorys hören? Diese hier ist besonders abstrus und verrückt, aber allein die zahlreichen Anspielungen sind ein Blick wert. Hörst du immer noch zu? Dann lass dir mir von meiner Rampage erzählen, der Retro City Rampage DX!

Raubüberfall wie aus einem Hollywood-Film
Ich brauche Geld. Also schon wieder. Aber ich habe gehört, dass der Harlekin gerade für einen Coup anheuert. Ein guter, alter Banküberfall sollte meinen finanziellen Bedarf (vorerst) decken können. Ein paar Sportwagen gehören eben zum monatlichen Konsum. Drei Jahre später geht es dann auch schon los: Während sich der Trupp um die Bank versammelt, darf ich den Harlekin persönlich zur Bank geleiten. Auf dem Weg dorthin schmunzel ich über einen Hund, der Tauben vom Himmel schießt (Duck Hunt), Büsche am Wegesrand, die Augen haben (Super Mario Bros.) und einen komischen Typ mit rundem Kopf, der mit Bomben um sich schmeißt (Bomberman). Der Lieferanteneingang der Bank bringt uns direkt vor den Schalter und der Harlekin schreitet in die Mitte des Raumes, um lautstark und selbstsicher zu verkünden: „Guten Abend, meine Damen und Herren! Heute Abend präsentieren wir Ihnen einen guten alten Banküberfall! Sie kennen alle die Formalitäten …“ Während der Rest des Trupps eintrifft und die Geiseln in Schach hält, knacke ich zusammen mit Nummer 3 den Tresor. Als sich die runde Stahltüre öffnet und ich einen Blick hinein erspähen kann, staune ich nicht schlecht: Das Geld ist fast komplett in Münzen gelagert und zu einem Bad eingelassen. Am Beckenrand stehen zwei Liegen und ein Hochsitz mit Sonnenschirm. Das „Tauchen verboten“-Schild gibt mir den Rest (Dagobert Ducks Geldspeicher) und ich fühle mich im siebten Himmel. Ohne länger zu überlegen schnappe ich mir das nächstgelegene Geldbündel und gehe mit meinem vollbepackten Kollegen zurück zum Schalter. Dort wartet schon der Harlekin, der kurz „Taxi“ ruft und plötzlich beginnt die Wand neben der Eingangstüre zu bersten: Ein Schulbus rollt in die Bank hinein (Anfangsszene aus The Dark Knight). Doch so ganz scheint es dem Harlekin nicht zu passen, denn die Stoßstange ist verbeult und der Superverbrecher bestraft dies mit einem Kopfschuss aus seinem Raketenwerfer auf den Busfahrer. Kurzerhand ist alles in den Bus geladen und ich, aus Mangel an Fahrern, manövriere den Bus aus der Bank.

Jetzt nur noch auf die Busspur und… was ist das? Der Überfall scheint zusammen mit dem Schultag geendet zu haben und wir stehen vor einer stark befahrenen Straße voller Schulbusse. Ein Frosch, der zerdrückt mitten auf der Straße liegt, quittiert, dass eine Überquerung reiner Selbstmord ist (Frogger). Dem Harlekin platzt wieder der Kragen und er zückt seinen RPG. Ein paar Raketen später steht zwar der Verkehr dank einem riesigen Haufen an brennenden Bussen, aber auch der Fluchtbus hat etwas abbekommen und explodiert samt Beute. Schuld ist natürlich der Handlanger mit der Nummer 3, der die letzte Rakete zu spüren bekommt. Für den Harlekin und mich geht's ab jetzt zu Fuß weiter, doch die Cops sind schon alarmiert und feuern aus allen Rohren. Ich mache mich auf die Flucht und werde plötzlich von vier Typen verfolgt, die aus der Kanalisation gesprungen kommen und Echsenanzüge und Augenbinden tragen (Teenage Mutant Ninja Turtles). Zu allem Überfluss kommt auch noch der Van des T-Teams angefahren (A-Team), von denen sich der eine mit markantem Schnauzer als Magnum-T vorstellt (Magnum). Ein paar Schüsse aus meiner treuen Shotgun reichen, um die neuen Bekanntschaften zu beenden und ich erreiche einen Parkplatz.

Kurze Verschnaufpause auf dem stillen Örtchen
Dort taucht aus dem Nichts eine Telefonzelle, ach nein, ein Dixi-Klo auf, aus dem ich kurzerhand fünf Personen ziehe und kurz nach Betreten der Kapsel schwant mir: Das ist eine Raum- und Zeitmaschine, die mich jetzt quer durch die Zeit ins Jahr 20XX teleportiert hat (TARDIS aus Doctor Who). Gleich nach der Landung kommt ein DeLorean angebraust, der von einem Doktor mit zerzaustem weißen Haar gesteuert wird (Dr. Emmett Brown aus Zurück in die Zukunft). Kaum ausgestiegen, himmelt er mich als Held und intergalaktischen Auserwählten an. Immer noch mit Gedanken bei den schießwütigen Cops mache ich den Spaß mit, schnalle die mobile Toilette mit Hilfe des Flaxmagneten vom Doc an den Wagen fest und begleite den verwirrten Wissenschaftler, der sich als Doc Choc vorstellt, zu seinem Labor. Dort angekommen ist erstmal das Bett mein Ziel und in meinem Traum terrorisiere ich die Stadt mit einem Raketenwerfer und Unbesiegbarkeit, nur um dann in eine Killception zu gelangen und nochmal die Stadt mit einem Panzer auseinander zu nehmen (Inception). Kurz bevor ich das Gebäude der GO GO Busters in die Luft sprengen kann (Ghostbusters), wache ich auf und mache mich gleich auf den Weg zum Doc, der fleißig am Transportmittel mit Spül- und Zeitmaschinenfunktion herumschraubt. Der listet mir gleich die sieben fehlenden Bauteile auf, die er braucht um die Maschine wieder funktionsfähig zu bekommen. So wird ein 72-adriges Verbindungsstück benötigt sowie eine neue Pfote eines dreiköpfigen Affens. Natürlich muss auch ein neuer Flax-Kombulator her (Fluxkompensator aus Zurück in die Zukunft). Zum Glück hat der Doc schon einen heißen Tipp: Major Lee Solid hat als Waffenhändler einen guten Draht zu geheimen Forschungsprojekten und treibt sich gern, versteckt unter einer Box, in Militäranlagen herum (Solid Snake aus Metal Gear Solid) ...



Fazit:
Wie, ihr habt schon genug gehört? Interessiert ihr euch denn gar nicht wie ich Biffman besiegte (Batman) oder den fiesen Dr. von Buttnick zur Strecke brachte (Dr. Ivo Robotnik aus Sonic)? Oder die Sache mit dem Gamedini, der sein Codebuch verloren hat (Game Genie-Cheatsystem, das auf Module oder auf die Spielekonsole gesteckt wurde) und an Meat Boyitis leidet (Super Meat Boy)? Dann interessiert euch wohl auch nicht wie ich den A.P.E. klaute und ihn zum Doc reitete, ähm, fuhr (Donkey Kong) oder John Romero traf (Designer von Doom). Ihr wollt die Geschichten selbst erleben und wissen ob sich das verdammte Spiel lohnt? Retro City Rampage DX ist ein Fest für Jeden, der sich mit der Videospielhistorie auskennt und jedes Zitat an die vergangene Zeit abfeiert. Dir ist es nie zu abgedreht und saftig schwere Spielpassagen sind dein Spezialgebiet? Dann schlüpfe in meine Rolle als „Spieler“ und stell die Stadt auf den Kopf. Allzu viel zu tun gibt's in der Open World nicht außer die Arcade zu besuchen, um Retrotitel wie Bit.Trip oder Super Meat Boy in einer neuen Version zu erleben, in einer Chaostour möglichst viele Kills mit exotischen Waffen zu erzielen oder im Casino um Geld zu zocken. Doch dafür lädt die Welt zum Erkunden und besonders zum Entdecken der zahlreichen Anspielung in der Spielewelt ein. Im Fokus steht natürlich die Story, die von Mission zu Mission immer absurder und härter wird. Das Finale ist die Krönung des Schwierigkeitsanstiegs und verlangt unglaubliche Konzentration, Durchhaltevermögen und Reaktion ab, sodass ich dort gut zwei bis drei Stunden hing während ich immer das gleiche wiederholte. Eben ganz so wie früher. Wer aber mit dem recht begrenzten Pixellook und den Anspielungen sowie dem knackigen Schwierigkeitsgrad nichts anfangen kann, sollte gleich die Hände von diesem Titel lassen. Alle anderen, die sich ernsthaft Gamer nennen wollen, sollten das Spiel für läppische 15 Euro gekauft und gespielt haben, natürlich auch auf Vorbereitung auf die Fortsetzung: Shakedown Hawaii!

Kann von sich behaupten, dieses Spiel durchgespielt zu haben: Nicola Hahn [501.legion] für PlanetSwitch.de

Vielen Dank an Vblank Entertainment für die freundliche Bereitstellung des Reviewcodes.

Leserwertung:

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Astreines Retro-Abenteuer mit verflixt schweren Missionen und gewöhnungsbedürftigen Pixel-Look

Wertung

Abwechslungsreiche Haupt- und Nebenmissionen mit zahlreichen Anspielungen

Gutes Preis-Leistung-Verhältnis

Zahlreiche Waffen, Fahrzeuge und Modifikationen

Minimalistische und irgendwann eintönige Pixelgrafik

Schnell und stark anziehender Schwierigkeitsgrad

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Spielname:
Retro City Rampage DX

Typ:
eShop Spiel

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Zum Shop
Publisher:
Vblank Entertainment

Developer:
Vblank Entertainment

Genre:
Action

Release:
03.08.2017 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 16 Jahre

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