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Kolumne: Neues Leben für alte Liebe - Franchises, die wir wiederbeleben würden

PortableGaming-Redaktion, am 28.11.2021, Seite 1 von 1

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Wir leben in einer Welt, in der wir leider nicht alles haben können. Ihr habt sie doch sicherlich auch: Diese eine Videospielreihe, die euch enorm viel Freude bereitete, doch entweder aufgrund mangelndem Verkaufserfolg, Schließung des zuständigen Entwicklungsstudios oder zigtausenden anderen möglichen Gründe langsam aber sicher von der Bildfläche verschwand. In manchen Fällen können diese Marken einen zweiten Frühling erleben, wie Konamis Bomberman oder jüngst etwa Metroid mit der gelungenen Fortsetzung Metroid Dread. Andere Titel halten sich wiederum zumindest mit Neuveröffentlichungen der alten Klassiker über Wasser, beispielsweise Square Enix' SaGa-Reihe oder die Turok-Remaster von Nightdive Studios. Andere wiederum versauern weiterhin tief in den Aktenschränken der jeweiligen Rechteinhaber, ohne Aussicht auf Wiederkehr. Das brachte uns auf eine spannende Frage: Wenn wir ein totes Franchise wiederbeleben könnten, welches würden wir wählen? Zur Eingrenzung: Wir betrachten eine Reihe als „tot“, wenn innerhalb der letzten fünf Jahre nichts mehr mit ihr geschehen ist. Keine offizielle Ankündigung eines neuen Serienablegers (unabhängig davon, wie oft dieser eventuell verschoben wurde), kein Rerelease von Archiv-Material, nichts. Anders ausgedrückt: Wenn die Spiele in irgendeiner eigenständigen Form bereits Switch-Luft schnuppern durften, sind sie raus.

Natürlich seid ihr im Kommentarbereich ebenfalls herzlich dazu eingeladen, eure Wunschrevivals zu nennen!



Andy Dück [awieandy] will wieder hemmungslos driften:
Ridge Racer



Was Rennsimulationen angeht, bin ich mit den jährlich neu erscheinenden F1-Spielen gut bedient. Will ich es etwas lockerer haben, kann ich seit kurzem zu Forza Horizon 5 greifen und dort ein paar Runden drehen. Aber wenn ich ein Rennspiel möchte, welches von Arcadelastigkeit nur trotzt, denk ich an Ridge Racer, denn hier wird nur mit Vollgas gefahren. Bremsen, um die Kurve zu schaffen, ist hier extrem überbewertet. Stattdessen wird gedriftet und das ohne groß an Geschwindigkeit zu verlieren. Man braucht sogar nicht einmal zu lenken! Einmal den Drift initiiert, geleitet das Auto wie auf Schienen durch die Kurve. Ja, auch wenn man in die falsche Richtung lenkt, dann fährt man eben durch eine Linkskurve und dreht sich nach rechts. Es ist fantastisch und fühlt sich fast schon falsch an. Nun gut, physikalisch ist es auch mehr als falsch, aber das interessiert mein Auto nicht ein bisschen, während es mit 300 km/h durch die Slalompassage driftet. Diese Formel wurde durch die ganze Serie durchgezogen und ist für mich die Essenz von Ridge Racer. Dazu wurden gerne noch andere Bandai Namco-Anspielungen als Cameos und Easter Eggs verstreut und ein Announcer, welcher den Spieler in der Zielgeraden noch einmal anfeuert, durfte auch nicht Fehlen. Mit späteren Teilen wurden Kleinigkeiten wie Nitroboosts hinzugefügt, aber dem grundlegenden Gameplay wurde stets treu geblieben. Gegen Ende der Serie wurden nur noch Handheld- und Mobile-Games produziert, welche zwar noch akzeptable Adaptionen waren, doch auf Heimkonsolen vermisst man diesen Racer nun bald seit zehn Jahren. Um mit einer Neuauflage erfolgreich zu sein würde es nicht mehr benötigen als sich am bewährten Erfolgsrezept zu halten, mir persönlich würde auch ein Remake von Ridge Racer 64 schon ausreichen.


Nicola Hahn [501.legion] würde gern wieder mit Bleifuß und Blaulicht über die Autobahn heizen:
Alarm für Cobra 11



In Juli diesen Jahres kam die schreckliche Ankündigung seitens RTL, dass meine Kindheitsserie Alarm für Cobra 11 nicht mehr als Serie fortgesetzt wird, sondern stattdessen zu einer Eventfilm-Reihe umgemodelt werden soll. Das spart dem Sender wahrscheinlich massig Geld, denn was die Produktionsfirma action concept seit 1995 so alles an Fahrzeugen in die Luft gejagt hat, das kann man wahrscheinlich viel gewinnbringender in Soaps und Scripted Reality-Shows investieren. Das soll nicht heißen, dass Alarm für Cobra 11 als TV-Serie nicht ähnlich anspruchslose Gemüter bediente, doch daher nahm die Actionserie auch seinen Reiz. Ähnlich galt es auch für die Videospielumsetzungen, der es zahlreiche gab: Ganze elf Stück, meist unter der Leitung vom inzwischen aufgelösten Entwickler Synetic, wurden seit dem Jahre 2000 veröffentlicht und hielten sich bis 2012.

Den Anfang machte Alarm für Cobra 11: Das Spiel zur RTL-Erfolgsserie im Jahre 2000, das 2001 einen Director's Cut spendiert bekam. Mit dem damaligen Platzhirschen Need for Speed III: Hot Pursuit und selbst der anderen deutschen Produktion Autobahn Raser III konnte der Titel zwar nicht mithalten, doch war es zumindest die erste Möglichkeit den Helden aus der Serie nachzueifern. Alarm für Cobra 11: Hot Pursuit richtete sich eher an die Rennspielfans und komprimierte den Verfolgungsaspekt (entgegen des Spielenamens) und bot nur noch eine Auswahl an Renn- und Jagdmissionen auf abgesteckten Strecken. Mit Alarm für Cobra 11: Vol. 3 ging es plötzlich raus aus dem Streifenwagen und in der Egoperspektive quer durch Köln. So mussten auch Verbrecher nicht nur auf der Straße per Auto, sondern auch zu Fuß gejagt und sogar angeschossen werden (natürlich nur mit einer Betäubungspistole, versteht sich).

Die Anleihen an die GTA- und Driver-Reihe hat sich der neue Entwickler Synetic schnell abgewöhnt und mit Alarm für Cobra 11: Nitro 2006 einen neuen Weg eingeschlagen, den wir bis heute kennen: In hübscher 3D-Grafik wird durch eine Kampagne gehetzt, die sowohl auf der Autobahn als auch in der Stadt zahlreiche Missionen bietet. Wer mag, kann aber abseits der Aufträge auch ganz entspannt die offen zugängliche Welt erkunden. Crash Time, Burning Wheels, Highway Nights und Das Syndikat kopierten dieses Vorgehen und brachten vergleichsweise wenige Neuerungen mit sich, stellten aber dafür fünf Jahre lang sicher, dass jährlich ein neuer Ableger erschien. Erst 2012 in Undercover und 3D gab es wieder eine Änderung, wenn auch nicht die beste: Die Open World wurde restlos gestrichen und so ging es wieder von Mission zu Mission in bester Schlauchlevel-Manier. Beide Titel glänzten sowohl auf dem PC als auch auf dem Nintendo 3DS (Alarm für Cobra 11: 3D war der erste und einzige Ableger für Handhelds) mit technischen Problemen und eigentlich gibt es keinen Grund, wegen dem man sich eine Rückkehr der Reihe wünschen sollte.

Doch ich hege noch die geheime Hoffnung, dass ein Revival der Reihe durchaus einen Berechtigungsgrund hat: Zusammen mit der nunmehr zu Eventfilmchen umgestalteten TV-Serie kann vielleicht eine zusammenhängende Geschichte erzählt werden und die vorhandene Technik könnte einem deutschen Entwicklerteam durchaus die Chance auf einen hübschen und vor allem gelungenen Reboot der Reihe bieten. Natürlich muss auch das Konzept des Gameplays überdacht werden, die immergleichen Missionen kann man heutzutage niemanden mehr zumuten. Aber warum nicht wieder zurück in Richtung Open World und gar ein wenig Action abseits der Autos auf der Straße? Gebt mir wieder meine liebgewonnen absurden Explosionen auf der Autobahn und endlich wilde Feuergefechte auf irgendwelchen Hinterhöfen!


Sebastian Mauch [Paneka] knackte zuletzt Safes auf der PS3 in:
Sly Cooper



Zugegeben, wenn man über das Thema „tote Spielereihen“ nachdenkt, müssten einem doch in der Theorie direkt zig Namen in den Kopf schießen. Doch tat ich mich hier ein wenig schwer, da meine absoluten Lieblingsreihen entweder vor kurzem erst eine richtige Fortsetzung erhalten haben (Ratchet & Clank: Rift Apart für PS5) oder erfolgreicher denn je sind (Monster Hunter). Ich musste also weiter zurück, tief in die Kindheit und frühe Jugend. Hängengeblieben ist da vor allem die PS2-Ära, mit unzähligen Need for Speed- und GTA-Sessions bei Freunden, vor allem aber die tollen Erinnerungen an die Reihen Ratchet & Clank (oh Wunder), Jak & Daxter und das worum es heute gehen soll: Sly Cooper - an die mich allesamt mein Vater herangeführt hat.

Hier musste ich kurz mal recherchieren, ob das Ding überhaupt als „tot“ gilt. Ich kam zu dem Schluss: Jupp, seit Sly Cooper: Jagd durch die Zeit, dem vierten Teil aus dem Jahre 2013, kam hier nämlich nichts mehr an die Öffentlichkeit. Außer natürlich jeeeede Menge Gerüchte. Von einem Film sei die Sprache, und nun soll auch noch angeblich ein Remake, Remaster oder sonst was für die PS5 in Arbeit sein, ach und zu guter Letzt hat sich scheinbar noch ein Synchronsprecher verplappert und versehentlich Sly 5 geleakt. Nun, Gerüchte sind nun mal Gerüchte. Zeit wird es aber, denn die an sich sehr kreative und charmante Serie von Sucker Punch (zuletzt sehr erfolgreich mit dem grandiosen Ghost of Tsushima) ist nämlich nun bald eine ganze Dekade von der Bildfläche verschwunden.

Wer Sly und Konsorten nicht kennt: Sly ist ein Waschbär, der einer langen Dynastie an Meisterdieben entstammt, die sich über die ganze Welt verteilt einen Namen gemacht haben. Zusammen mit seinen tierischen Sidekicks macht er es sich vor allem zur Aufgabe, üblen Superschurken ihr Zeug abzunehmen und den Garaus zu machen. Trotz alledem gerät er natürlich immer wieder ins Visier der Polizei, was wiederum stets für freche Wortgefechte zwischen ihm und der aufreizenden Carmelita Fox führt. Aber von dem genialen Cast mal abgesehen, das eigentliche Highlight waren immer die einzigartigen Fähigkeiten und die enorm abwechslungsreichen und detailverliebten Levels, die einen Mal nach Haiti in einen Voodoo-Sumpf führen, oder aber in ein schillerndes Casino, nach dem man in Paris der Polizei entwischt ist. Meine Güte, wenn ich das so schreibe hoffe ich umso mehr, dass die Gerüchte um Sly 5 wahr werden …


Tjark Michael Wewetzer [Alanar] möchte wieder die Sonne in die Hand nehmen:
Boktai



Man kann über Hideo Kojima sagen, was man möchte, doch Ideen hat er wie kein anderer. Bereits mit diversen detailverliebten Easter Eggs überraschte der gefeierte Game Director in seinem Magnum Opus Metal Gear und selbst bei seinem bisher jüngsten Streich Death Stranding schimmert dieses Talent durch. Seine Experimente beschränkten sich jedoch nicht nur auf das, was man mit Controllern, Konsolen und Memory Cards für Schabernack treiben kann, sondern gehen manchmal auch einen Schritt weiter.

Boktai trat erstmals im Jahre 2003 auf dem Game Boy Advance auf und kam mit einem besonderen Modul daher. Darin war nämlich eine Fotozelle verbaut, die UV-Licht misst und für das Spiel nutzbar verwertet. Tja, und was kann man gut mit Sonnenlicht anstellen? Natürlich Untote brutzeln! Geboren war ein Action-Adventure der besonderen Art, bei dem man für den erfolgreichen Spielabschluss tatsächlich mal vor die Tür gehen musste – es sei denn, man hatte eine UV-Lampe daheim, aber das wäre ja gemogelt! Ganz besonderes Flair erfuhr der Serieneinstand dadurch, dass Hideo Kojimas Liebe zum Film natürlich auch mitspielte: Es war aufgezogen wie ein Italo-Western, der Name des Protagonisten – Django – sogar direkt einem Streifen entnomen. Entsprechend erwehrte man sich mit einer aufrüstbaren solarbetriebenen Knarre seiner Haut. Aber selbst wenn die Sonne mal nicht mit einem war, gab es Auswege: Ganz im Stile von Solid Snake aus Metal Gear war Django nämlich in der Lage, sich an Wänden entlangzudrücken und Gegner per Klopfzeichen abzulenken. Nur für die Bosskämpfe war aufgrund der notwendigen Reinigung der Obermotze Sonnenlicht Zwang.

Trotz des produktionsbedingt teureren Moduls brachte es Boktai auf dem GBA auf zwei Fortsetzungen, von denen die erste auch zu uns rübergeschwappt ist. Ein lichtsensorloser DS-Nachfolger erschien ebenfalls noch, hierzulande in Lunar Knight umbenannt, da Konami sich wohl keinen großen Markenerkenningswert versprach. Und nachdem besagter Titel ebenfalls auf den Ramschtischen dieser Welt endete, war Schluss mit Boktai. Das ist umso enttäuschender, da Lunar Knight in seiner neu gesponnenen Handlung noch einige Fragen offen ließ, auf die ich wohl nie meine Antwort bekommen werde – auch aufgrund der Art, wie Hideo Kojima und Konami vor wenigen Jahren aufgrund der Geschäftspraktiken letzterer Partei hoffnungslos verkrachten und ein neues Spiel unter anderer Federführung entstehen müsste.

Aber für meinen Geschmack muss es nicht einmal die Fortführung der Altlasten sein: Ob eine – systembedingt logischerweise angepasste – Neuauflage der alten GBA-Trilogie oder gar ein kompletter Reboot, mir wäre alles recht. Nur der Geist sollte natürlich erhalten bleiben. Denn wo sonst verbrennt man mit konzentriertem Sonnenlicht modernde Spielverderber?

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2 Kommentare

profil 29 comments
[03.12.2021 - 01:32 Uhr]
pasc:
Battlenetwork o Battlenetwork, wo bist du nur ge-blie-ben ?

Besonders die Boktai Collabs ingame warn cool :p

Bei Boktai erinner ich mich dran, wie ich bei den Kredithaien mal nen "Solarkredit" aufgenommen hab...
2 Wochen das Spiel nicht gespielt, dann schalt ich den GBA ein, und werd direkt in ein "Arbeitslager" gesteckt um meine Schulden abzustrampeln.
Klasse Humor das Spiel haha
profil 1056 comments
[03.12.2021 - 09:43 Uhr]
Alanar Tjark Michael Wewetzer
Battle Network ist auch eine gute Wahl! Wobei mir persönlich schon sowas wie eine Legacy Collection reichen würde aber hey, warum nicht mehr?^^

Und ja, stimmt, den Crossover-Content zwischen MMBN und Boktai hätte ich auch erwähnen sollen. Erinnere mich noch daran, wie ich mit meinem Bruder den Battle Mode zwischen Battle Network 5 und Boktai 2 gezockt habe. War im Prinzip recht simpel (einfach nur ein Bosskampf-Wettstreit, bei dem man sich gegenseitig Steine in den Weg legen konnte), hat aber Laune gemacht.
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