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Kolumne: Lachen ist die beste Medizin - Lustige Videospiele

PortableGaming-Redaktion, am 05.12.2021, Seite 1 von 1

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Es gibt Spiele für alle möglichen Stimmungslagen. Herausfordernde Spiele, wenn wir unser Geschick oder spielmechanisches Verständnis auf die Probe stellen möchten. Traurige Spiele, wenn wir uns in eine Welt einleben und mit den Figuren mitfühlen möchten. Beeindruckende Spiele, wenn wir einfach mal ein leicht verdauliches Spektakel zur Einweihung unserer neuen Hochglanzglotze brauchen. Oder eben auch lustige Spiele, falls uns nach leichtherzigem Klamauk ist. Comedy ist bekanntlich ein schwieriges Thema, denn was jemand als lustig empfindet, unterscheidet sich stark von Person zu Person. Aber genau deswegen ist es umso spannender, sich mal darüber auszutauschen, was denn genau unserem Humor entspricht und wir als absolutes Highlight sehen. Dementsprechend präsentieren wir euch vier Titel, bei denen wir uns vor Lachen gekugelt haben. Aber natürlich gibt es in der großen, weiten Videospielwelt noch zahlreiche andere geeignete Kandidaten, die dabei nicht zum Zug kamen. Nennt uns daher eure persönlichen Favoriten in den Kommentaren!


Andy Dück [awieandy] will wieder mit witzigen Superkräften hantieren:
Saints Row IV



Die GTA-Spiele in der 3D-Trilogie haben mit jedem neuen Titel einen weniger ernsten Ton angeschlagen, bis es in GTA San Andreas schließlich hieß, das Spiel sei ein an manchen Stellen ein wenig zu absurd. Immerhin bricht an einer Stelle ein Gangster solo in eine streng geheime Militärbasis ein, um ein Jetpack zu stehlen. Ab GTA IV hat man aber wieder die Füße auf den Boden der Tatsachen gebracht, während Saints Row mit The Third gerade erst demonstriert hat, wie „absurd” eigentlich auszusehen hat. Doch als wäre das nicht genug, hat Deep Silver einfach zwei Jahre später allen Verstand aus dem Fenster geworfen und Saints Row IV veröffentlicht, welches von vorne bis hinten einfach nur verrückt ist; ab hier gab es kein Limit mehr. Diese hemmungslose Unsinnigkeit hat mit ihrem Humor bei mir genau einen Nerv getroffen und ist bis heute noch für mich aberwitzig.

Als Kopf der 3rd Street Saints ist man zusammen mit der Crew des vorherigen Teils einfach mal zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt worden und darf sich entscheiden, entweder Krebs zu heilen oder den Welthunger zu beenden. Schon mal ein guter Start, aber das reicht doch noch nicht. Es braucht eine Alien-Invasion, im Zuge derer nicht nur der Präsident und seine Freunde entführt, sondern auch gleich der ganze Planet ausradiert wird. Die Map ist aber trotzdem die selbe wie aus Saints Row: The Third nur dieses mal lebt sie als Matrix-ähnliche Simulation weiter, in welcher schließlich alles möglich ist, wie z.B. eine Dubstep-Kanone, die auch Volksmusik spielen kann. Aber gerade weil es sich um eine Simulation handelt, lässt sie sich natürlich von der Spezialhackerin Kinzie Kensington hacken, um dem Spieler Superkräfte zu geben. Mit diesem Gameplay-Upgrade wurde dann auch noch ein weiterer Nerv von mir getroffen, was mich dazu brachte, das Spiel auf 100% durchzuspielen. Diese Ungehemmtheit zieht sich durch die gesamte Story, von Kommentaren über Dialoge bis hin durch die vierte Wand. Irgendwann kämpft man gegen eine riesige Energydrink-Dose namens Paul, ein ander Mal spielt man eine Parodie von Metal Gear Solid, in der unverhältnismäßig viel Fokus auf das Abschießen von Lampen gelegt ist („Let’s first shoot out the light.“ - „Asha, that light has a family…”). Ein wenig Tiefgang bietet die Story aber dennoch, als der Grund für Johnny Gats verschwinden erklärt wurde.


In den zusätzlichen Erweiterungen gab es noch weitere unvergesslichen Momente, zum Beispiel als in How The Saints Save Christmas eine Zuckerstange durch minutenlanges Leertastedrücken aufgeleckt werden konnte oder als in Gat Out of Hell der große Plan, Satan zu besiegen daraus bestand, ihm einfach ins Gesicht zu schießen. Gerade dann wenn man dachte, alles gesehen zu haben, beginnt ein Musical zu spielen. Leider scheint das angekündigte Reboot von Saints Row nicht mehr diese Abgefahrene Route zu gehen, aber dafür bleibt die Erinnerung an die witzige Zeit in Saints Row IV.


Nicola Hahn [501.legion] treibt gerne den Erzähler an den Rand der Verzweiflung:
The Stanley Parable



Wer kennt nicht das preisgekrönte The Stanley Parable, dessen Erzähler den Protagonisten Stanley durch ein leeres Bürogebäude begleitet und seine Entscheidungen humorvoll portraitiert? Dass das Ganze zuerst als kleines Hobbyprojekt innerhalb der Source Engine entstand, wissen aber wenige. Hier begnügte sich Davey Wreden mit vielen Assets aus Half-Life 2, sodass das Game am Ende wie eine Mod wirkte. Mit dem Release auf ModDB.com gewann das Werk schlagartig an enormer Bekanntheit und am Ende wurde daraus das The Stanley Parable entwickelt, das wir heute kennen - inklusive Kevan Brighting als Stimme für „The Narrator“ und William Pugh als Gamedesigner.

Für mich ergab sich damals die Komik des Spiels durch den Wechsel vom unscheinbaren Einstieg bis hin zu aberwitzigen Szenen, die ich aus Spoilergründen natürlich nicht ausführen werde. Aber ein kleines Beispiel muss schon sein: Die Demo zum Spiel, die übrigens dem kompletten Game nichts vorwegnimmt und so auch Unentschlossene eine Möglichkeit bieten, sich an das Spielprinzip heranzutasten, beginnt mit einem entsprechenden Schriftzug, doch irgendwie will dieser nicht verschwinden. Wer dann kurzerhand zur Maus greift, um womöglich einen Cursor auftauchen zu lassen, wird plötzlich bemerken, dass man sich bereits mitten im Spiel befindet und die Kamera bewegt. Tatsächlich hat man womöglich fast eine Minute lang auf ein Bild an der Wand gestarrt, das diesen Schriftzug des Spiels trägt.

Anfang 2022 soll das Remaster The Stanley Parable: Ultra Deluxe (das Spiel auf Steam) erscheinen, das neben einer hübscheren Grafik auch neue Inhalte mitbringt. Wer nach dem sprichwörtlichen Spaziergang durch das Thema Storytelling noch Hunger auf noch mehr Meta hat, sollte auch in Davey Wredens Nachfolgewerk The Beginner's Guide reinschauen. Das ist wahrscheinlich nicht besonders lustig, aber dafür wirft es nochmal ein neues Licht auf die Spieleentwicklung. Dr. Langeskov, The Tiger, and The Terribly Cursed Emerald: A Whirlwind Heist ist dagegen das nächste Game von William Pugh und bietet nochmal einen kleinen Ausflug in Richtung Meta und viele Gags - und ist auch noch völlig kostenlos!


Sebastian Mauch [Paneka] steht auf platten Humor wie in:
Deponia



Lange musste ich hin und her überlegen, was denn eigentlich so witzige Spiele waren in meiner bisherigen Laufbahn. Klar, Gags sind in so gut wie jedem Titel untergebracht, aber gab es je Spiele wo mir im Abspann die Bauchmuskeln wehtan? Meine ersten Gedanken gingen an mein absolutes Lieblings-Franchise Ratchet & Clank, das vor allem durch flache Witze und überspitzt-morbiden Humor auffällt. Im Grunde war es dann aber immer eher auf die Action fokussiert. Danach schoss mir durch Gronkhs alte Let’s Plays Daedelic Entertainment in den Kopf. Auf einmal machte es „Klick“. Nichts auf dieser Welt ist witziger als Daedelics alte Point’n’Click-Adventures, außer vielleicht das legendäre Monkey Island, das ich alter Sünder bis heute noch nicht angefasst habe.

Nun hieß es wählen, und zwar zwischen einem der fünfzig Deponia-Ableger, oder Edna bricht aus bzw. dessen Nachfolger Harveys Neue Augen. Letztere beiden fielen schließlich aus dem Rennen, da sie zwar extrem lustig sind, dies aber auch nur stellenweise, und oft eher auf Spannung oder abstruse Konstrukte der menschlichen Psyche setzt. Wirklich durchweg „humorvoll“ hatte ich nur das gute, alte, erste Deponia in Erinnerung. „Humorvoll“ in Anführungszeichen deshalb, da die Art der Witzelei sicher nicht jedermanns Sache ist. Die Gags sind nämlich fast allesamt extrem platt und der Held Rufus strotzt nur so vor charmant-naiver Dummheit.

In dem Spiel geht es darum, von einem Planeten zu entkommen, der quasi nur noch als gigantische Müllkippe benutzt wird. Rufus’ Ziel: das himmlische - ja es schwebt wirklich im Himmel - Elysium. Erste Amtshandlung: Aus Müll eine Rakete bauen - dass Rufus mit dieser abstürzt, hat sich wohl jeder schon denken können. Danach manövriert sich der ungeschickte Tüftler immer wieder in noch widrigere Situationen, und schafft es doch immer wieder mit seltendämlichen Einfällen (und ganz bestimmt keinem Glück) zu entkommen. Wer das Tempo und die Machart von Point’n’Clicks mag und einen Humor wie ein Erstklässler sein Eigen nennt, sollte Deponia und dessen Nachfolgern unbedingt (!) mal einen Besuch abstatten.


Tjark Michael Wewetzer [Alanar] kugelte sich bei einem Steinchenspiel vor Lachen:
Puyo Puyo Tetris



Nie in meinem Leben hätte ich geglaubt, mal bei einem Tetris-Spiel lauthals lachend mit Tränen in den Augen pausieren zu müssen, weil ich mich so einfach nicht mehr auf das Wesentliche konzentrieren konnte. Aber wenn Sega und Atlus in den letzten Jahren eines bewiesen haben, dann ist es ein Händchen für wahrlich einmalige Lokalisierungen und die von Puyo Puyo Tetris gehört mit zu den besten, die ich erleben durfte! Obwohl ich mich mit praktisch null Sprachkenntnissen durch die japanische Vita-Version gepuzzelt hatte, war ich nicht auf das vorbereitet, was der Story-Modus für mich bereit halten sollte.

Was im Prinzip eine einfache Geschichte um verschmolzene Welten und die Auswirkung ebendieses Ereignisses ist, wird durch die unheimlich witzigen Texte und dazugehörige Vertonung ungemein aufgewertet. Sei es die nüchternde Art des Raumreisenden Tee im Angesicht des schieren Wahnsinns der Puyo Puyo-Welt, die über alle Maßen sorglose Amitie oder der sich oftmals mit Hundelauten äußernde Wissenschaftler Ai – alle Figuren tragen ihren Teil zum komödiantischen Meisterwerk bei. Die zunehmend absurder werdenden Beschreibungen von wortlosen Klängen („*screaming loud enough to be heard in the vast vacuum of space*“) dürften wohl das bekannteste Beispiel sein, doch auch die extrem ungewöhnlichen Prüfungen, die auf die Gruppe warten („Two fashionable ladies battling in a lady-like fashion.“), die nie enden wollenden Fischwortspiele des sprechenden Riesenfisches Suketoudara („Whale, whale, whale… Those cats really left me behind.“) oder Draco Centauros' etwas ungewöhnlichen Bedürfnisse („I HOPE SOMEBODY FINDS ME BEFORE I STARVE, SO THEY CAN SEE HOW CUTE I AM!“) brannten sich gnadenlos in mein Gedächtnis ein. Puyo Puyo Tetris mauserte sich bei mir dadurch von einem Spiel, auf das ich mich zum Switch-Start durchaus gefreut, aber mehr als kleinen Happen für zwischendurch auf dem Schirm hatte, zu einem meiner großen Highlights des Launch-Jahres.

Schade ist nur, dass Teil 1 lediglich mit englischen Texten daherkommt und daher auch ohne ensprechende Sprachkenntnisse nicht vollständig wirkt. Aber hey, Sega besserte dies beim unerwarteten Nachfolger Puyo Puyo Tetris 2 aus, der mit einer neuen, nicht minder wahnwitzigen Geschichte daherkommt und dieses Mal auch eine deutsche Übersetzung bot! Und auch wenn die beiden Titel sich in Sachen Gameplay dermaßen ähneln, dass allein darauf runtergebrochen der Kauf des zweiten Teils reicht, empfehle ich allein der Story wegen einen Blick auf das erste Crossover der Knobelwelten.

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1 Kommentar

profil 29 comments
[06.12.2021 - 01:32 Uhr]
pasc:
Haha, SR war schon durchgeknallt.
Im Multiplayer ganz witzig.

Dragons Audit is auch ganz nett.

Deadly Premonition 2 hatte mitunter auch Schmunzelmomente.

(Apex hat manche Quips die im richtigen Moment definitiv nen Lacher provozieren können, Stichwort Mirage)

Puyo Puyo Tetris muss ich mir wohl dann noch anschauen,
klingt witzig.
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