PlanetSwitch Planet3DS PlanetVita PSP.de PlanetiPhone Classics Forum

PGN-ID:[?] (Nicht eingeloggt)
Login
Registrieren
PlanetDS PlanetGameboy N-Page.de

-

Event: Jahresabschlussartikel 2021 - Generationswechsel an anderen Orten

PortableGaming-Redaktion, am 31.12.2021, Seite 1 von 1

Artikel mögen: Weitersagen:


Es war schlussendlich unausweichlich: Der gefühlt niemals endende Releasestrom für die Nintendo Switch, welcher uns innerhalb der nun fast fünf Jahre Laufzeit der Konsole auf über 6600 Einträge in unserer Spieledatenbank brachte, ebbt langsam auf ein humaneres Niveau ab. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Einerseits wird die weiterhin bestehende COVID-Krise mit Sicherheit für Verzögerungen bei diversen Entwicklungen gesorgt haben, andererseits vollzogen Sony und Microsoft vor nunmehr etwas über einem Jahr den Generationswechsel, womit sich PS5 und Xbox Series X/S hochoffiziell als „Current Gen“ betiteln dürfen – und der technische Spagat zwischen besagten Plattformen und Nintendos Maschine ist für Multiplattform-Späße natürlich noch einmal ein gehöriges Stück größer. Nichtsdestotrotz mangelte es uns auch im nunmehr vergangenen Jahr nicht an reichlich Futter für unsere mobile Wundermaschine, die wir im Zuge unseres üblichen Jahresrückblicks auch feiern wollen! Nicht, dass wir in unseren folgenden Jahresrückblicken nicht auch über den Tellerrand schauen und auf anderen Systemen Freudenquelle fanden, doch als schreibender Trupp für eine Nintendo-zentrische Plattform fällt dabei logischerweise einiges an Switch-Stoff ab. Wie dem auch sei: Vielen Dank für eure Treue und einen guten Rutsch ins neue Jahr!


Hat 2021 mit ach und Krach überstanden:
Tjark Michael Wewetzer [Alanar]

Die gute Nachricht ist, dass ich mich an meinen guten Vorsatz für 2021 halten konnte. Die schlechte: Ich bin dabei irgendwie ins andere Extrem umgeschwungen. Zwar habe ich keine wahnwitzige Anzahl von Videoreihen parallel geführt, dafür aber auch praktisch nichts fortgesetzt und auch hier hätte ich euch sicherlich mehr kommentierte Spieleindrücke liefern können, als letztenendes herumgekommen sind. Die Ursache ist für mich offensichtlich: Selbst an einem eher zurückgezogenen Stubenhocker wie mir hat das zweite Corona-Jahr nun doch Spuren hinterlassen, auch wenn mir und meinem Bekanntenkreis glücklicherweise bislang eine Infektion erspart blieb. Der zermürbende Nachrichtenzyklus, der sich gefühlt ständig im Kreis dreht und irgendwie nie auf einen Punkt kommt, spielte natürlich auch noch mit hinein. Das sind so Situationen, in denen ich mich am liebsten in ein Videospiel stürzen und einfach alles ausblenden würde – wenn mich mein Kopf denn mal lässt.

Denn auch dieses Jahr bot reichlich interessante Games für meinen Geschmack, allem voran eine ganze Staffel unerwarteter Fortsetzungen und Lokalisierungen. Ob No More Heroes 3, Neo: The World Ends with You, Psychonauts 2 oder verdammt noch mal endlich The Great Ace Attorney JA! Ähem, es gab jedenfalls einiges an Nachschub für Freunde vergleichsweise nischiger Namen. Besagte Sequels fielen für mich jedoch schlussendlich eher gemischt aus. No More Heroes 3 überzeugte mich durch seinen Humor, enttäuschte aber wiederum mit den eintönigen Arenakämpfen und Alibi-Open-World. The Great Ace Attorney Chronicles bietet unkonventionelle Fälle und ein schlichtweg grandioses Finale, braucht aber praktisch die gesamte erste Hälfte allein zum Aufbau ohne zufriedenstellende Zwischenauflösungen und war mir somit als 70+ Stunden langes Gesamtabenteuer schlichtweg zu lang. Auf Neo: The World Ends with You gehe ich weiter unten im Detail ein und Psychonauts 2 habe ich mir mangels Retail-Release bislang noch nicht gekauft. Letzteres ist aber nun auch nicht unbedingt ein Beinbruch, ist mein Spielestapel doch trotz aller in diesem Jahr abgeschlossenen Titel immer noch schneller gewachsen als ich zocken konnte …


Immerhin widmete ich mich auch diversen Altlasten wie den letzten paar Neptunia-Spielen für die Vita, die ich noch weitestgehend bis komplett ungespielt in ihren Hüllen versauern ließ. Auch kam ich aus irgendwelchen Gründen auf den Horror-Geschmack mit den Remakes von Resident Evil 2 und 3, buddelte mit Final Fantasy: Crystal Chronicles – The Crystal Bearers einen alten Wii-Titel wieder aus und machte in Marvel's Spider-Man sowie Saints Row IV nach bester Superhelden-Manier offene Spielwelten (un)sicher. Es war aber (natürlich) meine Switch, die mit Abstand am meisten Nutzung erfuhr – und dies sogar maßgeblich mit Neuware aus dem Jahre 2021! Ob das spaßige, wenngleich nicht fehlerfreie Action-RPG Persona 5 Strikers, die entspannte Fotosafari New Pokémon Snap, gemütliche Leserunden in Half Past Fate oder die unerwartete Feststellung, dass ich trotz allgemeiner Metroidvania-Müdigkeit noch immer derartig von einem brandneuen Metroid-Spiel gefesselt werden kann, wie es mit Dread der Fall war – ich bin mit Nintendos kleiner Konsole noch lange nicht fertig!

Schauen wir mal, ob ich 2022 wieder mein Oberstübchen auf Linie kriege und mich somit wieder mehr dem stattlichen Spieleregal widmen kann, das sich hier ansammelt. Und ich hoffe doch sehr, dass auch im kommenden Jahr einige tolle Überraschungen anstehen, auf die ich mich – ungeachtet meiner Reaktionen bezüglich des fertigen Produktes – dermaßen wie ein Kleinkind freuen kann, wie es bei meinen Jubelschreien bezüglich The Great Ace Attorney Chronicles der Fall war.


Spiel des Jahres: Neo: The World Ends with You
Was ist besser als ein lang ersehnter Nachfolger? Einer, von dem man nicht wusste, dass man ihn haben möchte! Ja, mit dieser Beschreibung habe ich das Action-Rollenspiel aus dem Hause Square Enix auch in meinem Testbericht angepriesen (zum Test), aber es ist nun mal die beste Beschreibung, die ich für Neo TWEWY habe. Nach langer Teaserei und Herumduckserei fand ich mich nämlich damit ab, dass mein geliebter DS-Titel The World Ends with You ein Einzelstück bleiben wird und schenkte dem schlussendlich doch eintreffenden Nachfolger zunächst keine großartige Beachtung. Nach der spielbaren Demoversion war es jedoch um mich geschehen: Der einzigartige Stil des Originals wurde nahezu perfekt in die dritte Dimension übertragen, das in den Trailern eher billig wirkende Kampfsystem ist in Aktion super (inklusive traditionsgemäßer Fingerverknotgefahr) und die Charaktere! Mein lieber Schwan, die Charaktere! Rindo und Fret waren mir bereits nach den ersten Spielminuten supersympathisch und die später hinzustoßenden Gruppenmitglieder sowie die vielfältigen Rivalen runden das Paket gekonnt ab. Nicht zuletzt überzeugt der Soundtrack wieder einmal auf ganzer Linie – auch wenn dieser in vielen Punkten aus Remixes von Stücken des Erstlings besteht.

Dass Neo: The World Ends with You nun, wie Square Enix kürzlich vermeldete, die Verkaufserwartungen nicht erfüllen konnte, schmerzt daher umso mehr. Wenn ich jedoch einerseits an meine anfängliche Gleichgültigkeit gegenüber dem Spiel sowie die eher sparsame Werbekampagne denke, überrascht mich die Meldung leider auch nicht. Trotzdem: Wenn ihr noch nicht in diese stylische Interpretation der Straßen Shibuyas eingetaucht seid, idealerweise (aber nicht unbedingt zwangsweise) Erfahrungen aus dem ersten Teil mitbringt und umfassende Unterhaltung sucht, holt euch Neo TWEWY! Diese kleine Überraschung hat sich nämlich direkt in mein Herz getanzt und ich bin mir sicher, dass es euch nicht anders gehen wird.


Gurke des Jahres: DreamWorks Spirit: Luckys großes Abenteuer (Switch)
Glaubt ihr an das Schicksal? Ich mittlerweile schon. Anders kann ich mir jedenfalls nicht erklären, dass wir nach all den Jahren – und dem auf grandiose Art grauenhaften GBA-Lizenzspiel (zum Test) - doch tatsächlich ein zweites Spirit-Spiel erleben würden. Als also der Reviewcode in der Redaktion eintrudelte, sah ich es als meine Pflicht, den wahrgewordenen Aprilscherz von vor 15 Jahren auf Herz und Nieren zu prüfen. Und Überraschung! Das Spiel ist Schrott. Absoluter Vollschrott (zum Test). Es hätte ein kindgerechtes Open-World-Spiel mit interessanten Landschaften, abwechslungsreichen Aktivitäten und einem Pferdebegleiter zum Liebhaben werden können, doch Luckys großes Abenteuer versagt auf beinahe allen Gebieten. Die Umgebungen sind langweilig, Schnellreisepunkte ungünstig platziert, der Wegpunktmarker für Langstreckenreiseplanungen praktisch nutzlos, die Story mehr als belanglos und zu allem Überfluss ist die Switchumsetzung eine Frechheit. Sind die Areale auf stärkeren Plattformen zumindest noch einigermaßen ansehnlich, lässt die Portierung für Nintendos mobile Konsole massig Details vermissen und ruckelt zudem praktisch dauerhaft. Ein paar liebliche Animationen sind so ziemlich der einzige positive Aspekt, der mir in Erinnerung geblieben ist. Naja, und die Tatsache, dass die Lizenzgurke immerhin ein würdiger Erbe des GBA-Vorreiters ist.

Zweitliebstes Spiel des Jahres: Atelier Ryza 2: Lost Legends & the Secret Fairy (PS4/Switch)
Drittliebstes Spiel des Jahres: Metroid Dread (Switch)
Größte Überraschung: Die lang ersehnte Lokalisierung von The Great Ace Attorney!
Größte Enttäuschung: Der langsam auch die Videospiellandschaft infizierende NFT-Müll.
Freut sich auf: AI: The Somnium Files – Nirvana Initiative
Album des Jahres: Atelier Ryza 2: Lost Legends & the Secret Fairy Original Soundtrack
Film/Serie des Jahres: Horimiya
Gute Vorsätze für 2022: Durchkommen.


Wünscht sich für 2022 ein Ende der Pandemie und mehr Zeit fürs Zocken:
Nicola Hahn [501.legion]

So richtig hat sich 2021 nicht von 2020 unterschieden - leider. Ein blödes Virus hielt weiterhin die Welt in Atem und die Politik, die dem etwas entgegensetzen könnte, übt sich in Zurückhaltung und löst damit Frustration in mir aus. Zum Glück gibt es Videospiele, die von diesem Umstand zumindest hätten ablenken können, doch statt massig neuer Titel beschäftigte ich mich Anfang des Jahres lieber mit deutlich mehr Retro und VR-Games. Gleich am 2. Januar habe ich mir eine Oculus Quest 2 gekauft, die für mich den Einstieg in die VR-Welt bedeutet. Zusammen mit meinen Kumpels erkundete ich VR Chat, Beat Saber, Boneworks, Star Trek: Bridge Crew und das fantastische Half-Life: Alyx. Aus der Retroecke stand die komplette Metal Gear-Reihe auf dem Plan, die ich einem guten Freund, der bereits vom zweitneusten Ableger schwärmte, ein wenig näher brachte. Das ganze Vorhaben verteilte sich dabei mit Metal Gear, Metal Gear 2: Solid Snake, Metal Gear Solid 1, Metal Gear Solid 2: Sons of Liberty und Metal Gear Solid 3: Snake Eater auf das ganze Jahr und wird im kommenden Jahr mit Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots, Metal Gear Solid: Peace Walker und dem großen Abschluss mit Metal Gear Solid V: Ground Zeroes und Metal Gear Solid V: The Phantom Pain fortgeführt. Ach ja, Metal Gear Survive sowie Metal Gear Rising: Revengeance, die auch irgendwie dazugehören, müssen auch noch abgearbeitet werden.


Weiter ging es mit älteren Spielen, darunter Phoenix Wright: Ace Attorney, Heavy Rain und die Halo-Reihe, wobei ich letztere erstmals erleben durfte und diese mich gleich in den Bann ziehen konnte. Etwas moderner ging es dann mit dem Prolog zu Contraband Police zu, das recht gut mit Papers Please verglichen werden kann, nur in First Person. Der Prolog bietet dabei einen kleinen Einblick in das noch nicht erschienene Spiel, das natürlich auf einem Cliffhanger endet. Mit Haven habe ich auch ein tolles Switchgame gefunden, das verdientermaßen eine hohe Wertung abstauben konnte (zum Test). Auch Humankind hat sich in meiner Gunst in diesem Jahr in mein Herz gezockt, entsprechend gibt es im nächsten Abschnitt mehr Infos dazu. Back 4 Blood, der Quasi-Nachfolger zu Left 4 Dead, hat das Beste versucht und dann doch versagt, denn so recht wollte kein Spielspaß aufkommen. Das Gleiche kann ich auch von Train Station Renovation sagen, doch kam auf der Switch noch einiges an technischen Unzulänglichkeiten und fehlendem Content im Gegensatz zu anderen Version dazu. Wieder glorreich konnte sich zum Glück Age of Empires IV beweisen, das dank der sehr unterschiedlichen Völker unglaublich spaßig im Multiplayer-Modus ist. Einen kleinen „Downer“ gab es wiederum jeweils mit Dice Legacy und The Colonists, da beide nicht ganz das halten konnten, was sie versprochen haben. Von Grand Theft Auto: The Trilogy – The Definitive Edition will ich gar nicht erst anfangen, glücklicherweise beschränkte sich mein Ausflug nach Los Santos auf die Xbox-Version und die Switchfassung blieb mir so erspart. Im Dezember konnte glücklicherweise Ready or Not, das sich sehr an SWAT 4 orientierte, wieder einiges rausholen und so das Jahr für mich versöhnlich beenden.


Spiel des Jahres: Humankind
Bisher war immer Sid Meier's Civilization die erste Wahl, wenn die Menschheit mal wieder durch die Erdgeschichte geführt werden muss. Humankind hat es gewagt den Throninhaber anzugreifen und macht dabei tatsächlich eine ziemlich gute Figur: So gilt es in der ersten Epoche als Jäger und Sammler über die Hexfelder zu streifen, um Tiere zu erlegen, Beeren einzusacken oder die Nachbarn zu vermöbeln. Wurde genügend Erfahrung gesammelt, geht es auch schon weiter ins nächste Zeitalter, das die kleinen Stämme nun sesshaft werden lässt und dann das gewohnte Micromanagement der Städte mitbringt. Auch wird ein Volk gewählt, das mit der nächsten Epoche wieder gewechselt werden kann. Doch dafür müssen nun genügend Gelder gesammelt, Forschung getätigt und Gegner besiegt werden. Erst dann geht es weiter in Sachen Technologie - wenn nicht vorher die Goldene Horde der Mongolen durch die Lande gefegt ist und die restlichen Zivilisationen von der Erdkugel tilgten.

Auch wenn der Strategiehit vieles richtig macht, so ganz kommt er noch nicht an die Komplexität der Civilization-Reihe heran und irgendwann fühlen sich die Partien recht gleich an, außer man zwingt sich selbst Nachteile auf, um nicht den immergleichen Weg zu nehmen. Das liegt einerseits am fehlenden Balancing, aber mehr Inhalt und somit mehr Entscheidungsmöglichkeiten schaden definitiv auch nicht. Solche Contenterweiterungen haben schließlich auch erst die Games von Sid Meier auf das Niveau gehoben, das sie inzwischen haben. Entsprechend positiv bin ich gestimmt und freue mich über jedes neues Update des frischen Spiels.


Gurke des Jahres: The Colonists (Switch)
In The Colonists sah ich dieses Jahr eine ähnliche RTS-Hoffnung, wobei es hier eher in die Richtung der auf Aufbaustrategie im Stile von Die Siedler geht. Das große Vorbild hat sich jetzt erst mit der vagen Ankündigung einer Beta angemeldet und entsprechend könnte ich Futter für die Wartezeit vertragen. Doch leider ist das Missionsdesign ziemlich langweilig und der Kampf gegen die KI noch so viel eindimensionaler als es der zweite Die Siedler-Teil ist. Auch wenn The Colonists das Basisgameplay solide umsetzt und die Systeme durchaus durchdacht sind, am Ende mangelt es doch fast immer am Platz, um die ganzen Produktionsstätten, die die kleinen Siedlerbots für ihre Fortentwicklung braucht, aufzubauen. Eine kleine Story hätte es für das Worldbuilding auch noch gebraucht, so sind es recht motivlose Roboter, die aus unbekannten Gründen ihre Artgenossen auslöschen und den kompletten Planeten unterjochen wollen. Schade, hier wäre deutlich mehr möglich gewesen.

Zweitliebstes Spiel des Jahres: Ready or Not
Drittliebstes Spiel des Jahres: Age of Empires IV
Größte Überraschung: Spontan in Haven reingespielt und dann nicht mehr aus der Hand gelegt - ein tolles Abenteuer, auch auf Nintendo Switch!
Größte Enttäuschung: Quasi mein Cyberpunk des Jahres 2021: Dice Legacy für Switch, das auf der Konsole nicht wirklich gut wegkam
Freut sich auf: Advance Wars
Film/Serie des Jahres: Squid Game
Gute Vorsätze für 2022: The same procedure as last year: Gesund bleiben.


Das Jahr der Konsolenakquise, der FPS-Boosts und auf keinen Fall das der Switch:
Sebastian Mauch [Paneka]

2021 war, nun ja, ein merkwürdiges Jahr. Mehr Pandemie, mehr Hardware-Knappheit, aber auch mehr entspannte Heimarbeit. Impfgegner und Geimpfte spalten sich in Lager, Freundschaften gehen in Brüche, neue Bande werden geknüpft. Ich denke wir sind uns alle einig, dass die Normalität langsam mal wieder einkehren darf. Vom Sozialen mal abgesehen, spielerisch war dieses Jahr recht abwechslungsreich. Seit einer ganzen Weile darf ich nun beide Current Gen-Konsolen mein Eigen nennen, und habe sogar einigen Suchenden zu einem Exemplar verhelfen können. Ist man selbst versorgt, kann man sich die skurrile Konsolenjagd in Ruhe auf dem Off anschauen, und hey, es nimmt und nimmt kein Ende. Selbes gilt für den PC und dessen Komponenten. Eigentlich war ich bis zur PS5 und Xbox Series immer eher PC orientiert. Bessere Grafik, höhere Framerates, genauere Steuerung bei Shootern … Nun, zumindest die ersten beiden Argumente sind aktuell (für mich) nicht mehr gültig. Zwar bin ich mit meiner alten GTX 1080 Ti noch ganz gut aufgestellt, doch Features wie Raytracing oder hohe FPS in aktuellen Blockbustern bei WQHD-Auflösung oder gar in 4K kann ich damit vergessen. PS5 und Series X hingegen liefern mir genau das. 60 FPS wird langsam zum Konsolenstandard, aber selbst 30 FPS oder schwankende Framerates sehen dank BFI (Black Frame Insertion) und VRR (Variable Refresh Rate) nicht mehr ansatzweise so träge aus wie noch im letzten Jahr mit alten Konsolen und altem Fernseher. Mein Fokus hat sich also komplett verschoben, und meine Güte, hatte ich einen Spaß damit, alte PS4 und Xbox One-Titel nachzuholen. Einige der großartigsten Games haben 60FPS-Updates erhalten und die Halo Master Chief Collection darf ich sogar mit recht flüssigen 120 Bildern pro Sekunde auf der Couch genießen. Mein PC gammelt derweil vor sich hin, was wohl auch eine unterschwellige Konservierungsmaßnahme ist, bis sich die Grafikkarten auch wieder bezahlen lassen. Fassen wir zusammen: Konsolen ergattert, einiges nachgeholt, aber auch einige neue Lieblinge gefunden, wie zum Beispiel …


Spiel(e) des Jahres: Forza Horizon 5/Monster Hunter Rise
Ich kann und will mich einfach nicht auf ein „Spiel des Jahres“ festlegen, dafür habe ich beide Titel einfach zu viel gespielt und geliebt dieses Jahr. Wer schon mal etwas von mir gelesen hat, wird sicher schon mitbekommen haben, dass ich Monster Hunter-Veteran und -Suchti bin. Wie ein kleines Kind freue ich mich jedes Mal wieder aufs Neue, wenn ich neue Monster mit meinen Jagdpartnern verkloppen darf. Dieses Jahr war wieder ein mobiler Ableger dran, nämlich Monster Hunter Rise. Und meine Fresse, macht das Laune. Das geniale generalüberholte Gameplay aus World, dazu die neu gewonnene Freiheit durch die Seilkäfermechanik und eine verhältnismäßig gute Grafik auf der Switch. Zwar war es Mitte des Jahres mangels Content etwas ruhiger um das Spiel, doch hab ich nun mit der grindigen Kronenjagd einen guten Zeitvertreib bis zum großen Sunbreak-Addon im Sommer gefunden.

Wo Rise schwächelte, hat mich ein anderer Titel umso mehr überrascht: Forza Horizon 5 auf der Xbox Series X. Eigentlich war ich nie so der passionierte Rennspielenthusiast, und auch Open World-Spiele waren mir mit ihrer formelhaften Beschäftigungstherapie immer ein kleiner Dorn im Auge. FH5 macht aber genau das zur großen Stärke. Die gesamte Mexiko-inspirierte Karte wird zur Rennstrecke, überall gibt es Rennen, Aufgaben und Sammelgegenstände. Die Auswahl an Autos ist schier massiv und wird noch um einiges anwachsen, und dank der Seasons kommen auch immer wieder neue Events hinzu. Mit Abstand das Witzigste sind aber die Interaktionen mit anderen Spielern. Spontane Drag-Rennen auf dem Festivalgelände, die unerwartete Hupe im Tiefsten Dschungel, oder ein Koenigsegg Jesko der mit entspannten 450 km/h an einem vorbeischleicht, während man versucht ein traumhaftes Fotomotiv zu finden. Ich liebe dieses Spiel einfach und habe daher die 100 Prozent anvisiert und rangiere derweil unter den Top 1% der mittlerweile 14 Millionen (!) Spieler. Unter den fleißigsten 3000 zu sein ist schon ein tolles Gefühl, und doch findet man in PVP-Rennen immer wieder seinen Meister. Wer einfach mal die Birne ausschalten will, sollte sich die Forza Horizon-Serie unbedingt mal anschauen!


Gurke des Jahres: Dungeons & Dragons: Dark Alliance
Was ich bei meinen beiden Topspielen an Wörtern draufgelegt habe, werde ich hier einsparen. Ich musste erst ein wenig überlegen und sogar nach Flops des Jahres googeln, was wohl ein gutes Zeichen ist, da es für ein gutes Spielejahr spricht. Als ich dann aber Dungeons & Dragons: Dark Alliance las, schoss es mir wieder in den Sinn. Ein wenig Kontext: Ich bin ein ziemlich großer Fan der beiden Klassiker Baldur's Gate: Dark Alliance und Dark Alliance 2. Zusammengerechnet habe ich beide Ableger bestimmt über 20 mal durchgespielt, oftmals sogar im Koop und in ein oder zwei Sessions. Als dann ein neues Dark Alliance angekündigt wurde, war ich schon mal vorsichtig optimistisch - aber auch skeptisch. Nun, meine Skepsis sollte sich letztlich bestätigen. Vielleicht waren aufgrund des Namens meine Erwartungen etwas überzogen, aber auch objektiv betrachtet war es einfach kein gutes Spiel. In solchen Fällen bin ich immer für den Game Pass dankbar.

Zweitliebstes Spiel des Jahres: Apex Legends
Drittliebstes Spiel des Jahres: Rocket League Sideswipe (ja, ein Smartphone-Titel!)
Größte Überraschung: Die Ankündigung von Monster Hunter Rise: Sunbreak
Größte Enttäuschung: Mir wurde (mal wieder) mein geliebtes Motorrad aus den Händen gerissen.
Ereignis des Jahres: Den Konsolen- und Hardware-Rummel aus dem Abseits belächeln
Freut sich auf: S-U-N-B-R-E-A-K
Album des Jahres: Kein Album aber eine Playlist: Purity Ring-Radio auf Spotify
Film/Serie des Jahres: Film: The Unforgivable (neu)/Sicario (alt), Serie: Squid Game (überraschend gut!)
Gute Vorsätze für 2022: Endlich das mit dem Vollbart/Tattoo/Glatze durchziehen!


2020 2 - Electric Boogaloo
Andy Dück [awieandy]

Für mich fühlte sich das Jahr 2021, wie auch vielen anderen auf der Welt, einfach wie ein längeres 2020 an, nur mit noch mehr Drama. Für mich bedeutete es, dass ich noch mehr Ablenkung benötige. Dazu wurde ich zum Einen mit einer der spannendsten Formel 1-Saisons der letzten zehn Jahre beschert und zum anderen konnte ich einen entspannten Sommerurlaub in Kroatien verbringen. Außerdem habe ich mich weiter mit der veganen Küche auseinandergesetzt. Da ich kein Studium mehr habe, in dem ich mir neue Fähigkeiten aneignen könnte, habe ich mir dieses Jahr, nachdem ich so lange auf den richtigen Zeitpunkt wartete, Nachts um zwei Uhr endlich ein Klavier bestellt. Nur anders als viele Hobbys, die aus langeweile in der Pandemie begonnen wurden, habe ich an meinem Instrument bisher deutlich mehr Spielzeit gesammelt als beim Großteil der Videospiele, die ich dieses Jahr konsumierte. Nur Genshin Impact dürfte hier (leider) wieder mehr Zeit gefressen haben. Aber habe ich vor etwas daran zu ändern? Ehrlich gesagt nein, aber das Breath of The Wild-Sequel kann nicht schnell genug kommen. In Sachen PC-Gaming kam nicht viel neues auf den Tisch. Dafür aber ein neuer PC, nur leider ohne aktuelle Grafikkarte. Wie auch letztes Jahr bin ich beim bewährten F1 2020 bzw. später 2021 geblieben und ein paar Runden Forza Horizon 5 waren auch immer wieder dabei, aber auch nur solange ich den Xbox-Gamepass für PC abonniert hatte. Im gleichen Zug habe ich noch Control und Yooka-Laylee and the Impossible Lair angespielt, jedoch nicht sonderlich weit. Mehr Zeit verbrachte ich hingegen in Minecraft, pünktlich zum neuestem Caves and Cliffs-Update.


Meine Switch hatte ebenso ein eher ruhigeres Jahr und ich merke immer mehr, wie die Konsole zu altern anfängt und die technischen Limitierungen den Spielspaß bremsen. Bei Neuveröffentlichungen wie art of rally und Hot Wheels Unleashed möchte ich lieber zur PC-Version greifen, wenn ich Lust auf sie habe. Mit Nickelodeon All-Star Brawl konnte ich mich jedoch zufrieden geben, nur wurde die Switch-Version leider so vernachlässigt, dass ich dann doch weiter in Super Smash Bros. Ultimate reinschaute. Bei dem Titel bin ich froh, dass es noch ein gelungenen Abschluss mit dem letzten Fighters Pass vollbracht hat und dass Jonesy oder jeder sonstige Fortnite-Charakter sich heraushielt. Meine größte Freude dürfte ich aber mit dem, wenn auch überteuerten, N64-Erweiterungspaket für Nintendo Switch Online gehabt haben. Nachdem ich Super Mario 64 nun drei mal (und in Zukunft sicher noch einige weitere Male) durchgespielt habe, bin ich mit dem Kauf doch noch zufrieden. Ich wünsche mir nur, dass die N64-Bibliothek wenigstens noch mit Pilot Wings 64 aufgestockt wird. Was Konsolen-Gaming angeht liegt meine Aufmerksamkeit inzwischen tatsächlich eher bei Sony als bei Nintendo. Mit ihren State of Play-Streams konnten sie doch so einiges interessantes Gameplay präsentieren, die mir die Konsole verkauft hätten. Ich wünschte ich wäre in der Lage an der Stelle lieber „haben” sagen zu können aber wenn ich mir die Verfügbarkeit anschaue kommt mir die Playstation 5 doch eher wie ein Mythos vor. Hoffentlich wird das nächste Jahr fruchtbarer.


Spiel des Jahres UND Gurke des Jahres: Genshin Impact
Déjà vu. Das hatten wir doch schon letztes Jahr? Naja wenn es nach mir geht ist letztes Jahr 2019, für mich dauert 2020 nun mal einfach zwei Jahre. Meine Meinung zu Genshin Impact hat sich seit dem letzten Jahresabschlussbericht auch nicht geändert. Ich finde nach wie vor, dass der Artstyle nicht großartig zum Gameplay passt, aber dafür ist das Gameplay nunmal verdammt unterhaltsam. Wer findet es nicht toll, fünf bis sogar sechsstellige Zahlen aufploppen zu sehen und zu betrachten, wie HP-Balken in einem Schlag geleert werden. Das ist nämlich das was man kriegt, wenn man nach 440 Tagen fast täglich die Welt von Teyvat besucht. Mihoyo weiß dazu auch noch sehr gut, wie man Spieler mit durchgängig andauernden und immer neuen Events an der Leine (ja, Fischen geht nun auch) hält. Allein weil das Kampf-Gameplay mit den Elementar-Reaktionen so gut funktioniert und süchtig macht, bin ich immer noch an dem Spiel gefesselt, doch davon abgesehen bin ich kein großer Fan davon, wie die Story präsentiert wird. In dem gesamten Kalenderjahr gab es maximal zwei Story-Stränge die etwas mit der Hauptprämisse zu tun hatten, während alles andere sich wie Filler-Material anfühlte und nicht einmal besonders spannend war. Mit Voice-Overs wird ebenfalls gern gespart, sodass ich auf meiner Tastatur bereits eine Taste programmiert habe um die Leertaste zu spammen, damit Dialoge schneller übersprungen werden. Manchmal überlege ich, ob ich nicht vielleicht mit Final Fantasy XIV Online anfangen hätte sollen, wobei dieser Titel Stimmen zufolge unter seinem eigenen Erfolg leidet.

Zweitliebstes Spiel des Jahres: Forza Horizon 5 (PC)
Drittliebstes Spiel des Jahres: Minecraft (PC)
Größte Überraschung: Splatoon 3 kommt
Größte Enttäuschung: Lando Norris' Runde 51 in Sotschi
Ereignis des Jahres: Der Große Preis von Abu Dhabi 2021
Freut sich auf: MultiVersus (PC)
Album des Jahres: Lil Nas X - MONTERO
Film/Serie des Jahres: Dune / Warrior
Gute Vorsätze für 2022: Neues Fahrrad zulegen und damit zur Arbeit radeln

ANZEIGE:
Kommentare verstecken

- Kommentare


- Noch keine Kommentare vorhanden -

Um Kommentare zu schreiben, bitte oben einloggen oder jetzt Registrieren!