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Event: Jahresabschlussartikel 2022 - „Alt“ aber noch nicht ausgemustert

PortableGaming-Redaktion, am 06.01.2023, Seite 1 von 1

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Dieses Jahr feiert die Switch ihren sechsten Geburtstag. Damit ist sie in dem Alter, in welchem sich vorherige Nintendo-Konsolen im Schnitt bereits längst auf den Ruhestand gefasst machten. Doch auch wenn sich mitunter aufgrund der größeren Kluft zwischen der betagten Mobilhardware und den starken TV-gebundenen Mitbewerbern Alterserscheinungen zeigen, will die Softwareflut einfach nicht vollständig versiegen. Für jede mittelmäßige Umsetzung und halbgare Eigenentwicklung finden sich immer noch Wunderports und das ein oder andere Exklusiv-Highlight. Wer nicht unbedingt seinen neuen 4K-fähigen Fernseher ausnutzen möchte oder keinen Koffer fürs Steam Deck mitschleifen will, kommt also noch mehr als genügend auf seine Kosten. Da kommen selbst wir in der Redaktion weiterhin nicht hinterher! Was uns das vergangene Jahr noch alles bewegt hat, was wir – sowohl auf Switch als auch anderorts – gezockt haben und was wir uns von der Zukunft erhoffen, das verraten wir euch in unserem Jahresrückblick. Und natürlich dürft auch ihr uns in den Kommentaren verraten, welche Highlights ihr 2022 gefeiert oder welche Fehlkäufe ihr bereut habt!


Hat hin und wieder öfters Gras angefasst:
Andy Dück [awieandy]

Im Gegensatz zu 2021 war mein 2022 spieletechnisch wieder besser aufgestellt. Dazu zähle ich nicht nur Videospiele, sondern auch solche von analoger Natur. Gleich zu Anfang des Jahres war ein kurzer Urlaub in einem holländischen Sporthotel dabei, wo ich vor allem Squash entdeckt habe. Der Muskelkater danach war vermutlich länger als der Urlaub selbst. Im Mai konnte ich endlich nach Monaten des Beobachtens inmitten der Lawine von anhaltenden Anfragen endlich mit Glück und Hartnäckigkeit eine PlayStation 5 ergattern. Wenn auch in einem Bündel mit zwei Spielen, die ich für zu wenig Geld verscherbelt habe. Aber dafür habe ich endlich die Konsole! Nachdem ich mich obligatorisch in ASTRO's Playroom auf die Plattform eingestimmt hatte, ging es direkt mit dem vermeintlichen Kaufgrund der Maschine weiter: Marvel's Spider-Man (kurz bevor die PC-Version angekündigt wurde…). Dazu aber gleich mehr. Ironischerweise, oder wenn man ehrlich ist, vorhersehbarerweise habe ich meine Konsole nach ein paar Spielstunden für einige Zeit dann nicht mehr angefasst.

Zwischenzeitlich bin ich dem Hype-Zug aufgesprungen und habe wochenlang das tägliche Wordle gespielt. Einen kleinen Hype gab es bei mir auch nach Enthüllung des Tekken 8-Trailers, sodass letztes Jahr auch wieder einige Sessions in Tekken 7 drin waren. Dann kam noch Nintendo Switch Sports heraus und hat mich für eine Weile im Spocco Square untergebracht. Auch wenn das Spiel mir im Singleplayer keinen großartigen Wert liefert, kann man es in gemütlicher Runde unter Freunden für ein paar Nostalgieangehauchte Bowlingrunden getrost anwerfen. Was sich ebenfalls werfen lässt, sind Dartpfeile. Seit der Darts-WM 2022, zu Anfang des Jahres hat es mich dann irgendwann auch in den Fingern gejuckt und mich dazu verleitet, eine Menge Geld für Equipment und eine Mitgliedschaft im lokalen Dart-Verein zu erwerben.


Schauen wir uns an dieser Stelle mal an, wie es mit den Neujahrsvorsätzen für 2022 lief. Zum einen wollte ich nicht mehr so viel Genshin Impact spielen. Das hat auch für die ersten paar Monate des Jahres gut funktioniert. Anstatt stets die Daylies abzuklappern, habe ich immer wieder stattdessen lieber eine Serie geschaut oder mit der neuen PlayStation gespielt. Doch dann lernte ich eine Person kennen, die zufälligerweise auch für eine Zeit das Spiel spielte, sich aber noch in den relativ niedrigen Leveln befand. Aber anstatt das Vernünftige zu tun und sie von diesem Spiel, welches mir zu viel Zeit raubte, abzuhalten, haben wir zusammen im letzten Jahr mehr gespielt als ich die Jahre zuvor. Dank PS Remote-Play konnte ich sogar zum Co-Op spielen einfach vorbeikommen, anstatt nur auf Discord angewiesen zu sein. Ehe man sich versieht, war sie dann auch auf dem höchsten World-Level. Verstärkt wurde das ganze auch noch mit der neuesten Region namens Sumeru, die alles vorherige in Sachen Gameplay, Design und Atmosphäre in den Schatten stellt. Und obwohl ich letztes Jahr schon wieder so viel Zeit in Teyvat verbrachte, bereue ich es dieses Mal irgendwie nicht. Ein anderer Vorsatz war, mir ein neues Fahrrad zu holen und damit zur Arbeit zu radeln. Das hat auch soweit funktioniert, dass ich endlich mein Wunschrad erwerben konnte, nur wurde es mir nach drei stolzen Tagen bereits gestohlen. Zwar ging nach ein paar Monaten hin und her mit Versicherungsvertretern mein Wunsch doch noch in Erfüllung, aber trotzdem war ich von meiner Naivität enttäuscht.

Wenn ich schon von Enttäuschungen rede, kann ich auch gleich Mario Strikers: Battle League Football erwähnen, dazu aber gleich mehr. Ein „Fußball”-Spiel, mit dem ich hingegen sehr viel Spaß hatte, war Rocket League Sideswipe. Das Spiel ist für ein kostenloses Mobile-Game so gut, dass es eigentlich schon nicht existieren dürfte. Es ist vollständig gratis, enthält keine Mikrotransaktionen und besitzt eine recht aktive Spielerbasis. Wann immer ich zu Prokrastinieren vermochte, griff ich zum Tablet und spielte ein paar Runden im Ranglistenmodus. Auch wenn ich nie höher als die Platinränge kam, habe ich trotzdem immer Spaß gefunden. Die Switch war letztes Jahr wieder nicht viel in Benutzung, selbst Super Smash Bros. Ultimate fasse ich nicht mehr an. Stattdessen habe ich mehr Multiversus gespielt. Aus technischer Sicht ist es Smash Bros. klar überlegen, aber auch wie beim Nickelodeon-Abklatsch fehlte es mir hier an Feinschliff. Das Gegenteil gilt jedoch für mein Spiel des Jahres.


Spiel des Jahres: Marvel’s Spider-Man (PS5)
Es gibt Gameplay-Elemente, die sind eigentlich immer ein Spaßgarant. Eines davon sind Slingshots beziehungsweise Enterhaken, mit denen man sich schnell von Punkt zu Punkt ziehen oder schwingen kann. Deshalb habe ich früher auch so viel Zeit in den Just Cause-Spielen verbracht. Doch in Spider-Man-Spielen ist diese Mechanik erwartungsgemäß fundamental und in Insomniacs Marvel's Spider-Man haben sie keine Mühen gescheut, dieses Web Swinging zu perfektionieren. So ein butterweich flüssiges Traversal direkt out of the box habe ich noch nie erlebt. Demnach war es schwierig die Finger davon zu lassen, sobald ich einmal angefangen habe. Ich denke selbst ohne die Schnellreise-Optionen wäre das Spiel nicht weniger gut. Dazu kommt noch ein genauso weiches Combat-Gameplay mit Animationen für jedes denkbare Szenario und eine nicht zu komplexe Steuerung. Die einzigen Dinge, die ich bemängeln könnte, haben auch nur etwas mit persönlichen Präferenzen zu tun. Zum einen bin ich kein großer Fan von Stealth-Gameplay, weil die KI gefühlt immer das Gegenteil von dem macht, was ich im Moment benötige. Verschlimmert wird das Ganze, wenn eine Stealth-Mission unter Zeitlimit absolviert werden soll. Dafür ist das Spiel aber so gnädig und erwartet keinen perfekten Score zur 100% Komplettierung. Zum Anderen kann ich nur ein wenig über die Story meckern. Nicht falsch verstehen, sie ist größtenteils leicht und lustig und hat keine großartigen Handlungslücken, aber dafür ist sie meinen Geschmack etwas zu sicher gespielt und vorhersehbar. Dennoch passt sie ausgezeichnet ins Gesamtpaket und macht Freude sie aufmerksam zu verfolgen. Die Kampagne sowie die Story-DLCs habe ich dann mit 100% durchgespielt und anschließend direkt das Zwischen-Sequel Miles Morales hinterhergeworfen. Dieser Teil baut auf dem großartigen Fundament des Vorgängers auf und bietet noch spaßigeres Gameplay, auch wenn die Kampagne um einiges kürzer ist.


Gurke des Jahres: Mario Strikers: Battle League Football (Switch)
Ich hatte bereits in bisherigen Kolumnen kommuniziert, dass Mario Smash Football einen speziellen Platz in meinem Gamerherz hat. Entsprechend war die Aufregung groß, als Battle League Football angekündigt wurde, nachdem seit dem Wii-Ableger nichts mehr in der Art herauskam. Ich habe sogar eine eigene Countdown-Webseite an den Start gebracht. Und tatsächlich machte der erste Trailer einen guten Eindruck. Der Artstyle und die Animationen zeugen von ausgezeichneter Qualität und das Studio dahinter hat sich bereits mit Luigi's Mansion auf der Switch bewiesen. Aber als es darum ging abzuliefern, war das Ergebnis eher ernüchternd. Das Kern-Gameplay auf dem Platz ist größtenteils recht gut gelungen, nur mit der Steuerung hatte ich anfangs zu kämpfen und die visuelle Klarheit ging in hektischen Situation schnell verloren. Aber das allein reicht leider nicht für ein stimmiges Gesamtpaket, denn Mario Strikers auf der Switch ist in Sachen Spielmodi ziemlich kahl aufgestellt, sodass bedauerlicherweise schnell die Luft raus war. Neben Spielen gegen CPU- oder Online-Gegnern ist für Einzelspieler nicht mehr drin. Das wird dazu noch bitterer, wenn sich die Partien gegen die KI dank unfähiger Mitspieler unfair anfühlen und der Onlinemodus Nintendo-üblich eine Geduldsprobe darstellt. Im Nachhinein wurden nun mehr Stadien, Equipment und Charaktere hinzugefügt, aber wirklichen Trost schenkt das mir nicht, da diese Inhalte meiner Meinung nach schon von Beginn an hätten dabei sein sollen und außerdem nicht das Problem der wenigen Spielmodi löst. Unsere Kolumne „Splatoon war ein Fehler“ (Link) hat bereits gezeigt, dass es sich hier nicht um einen Einzelfall handelt. Die Lehre, die ich daraus ziehe, ist meine Erwartungen im Vorfeld zu zügeln und gemütlich ein paar Meinungen aus der Community und Reviews einzuholen. Das funktionierte schon bei Bayonetta 3 und funktioniert hoffentlich auch dieses Jahr bei Tears of the Kingdom.

Zweitliebstes Spiel des Jahres: Marvel's Spider-Man: Miles Morales (PS5)
Drittliebstes Spiel des Jahres: Rocket League Sideswipe (Android)
Größte Überraschung: Es herrscht ein Krieg in Europa?!
Größte Enttäuschung: Der Moment als mein Fahrrad gestohlen wurde.
Highlight des Jahres: 9 Euro Ticket!
Freut sich auf: Spider-Man 2 auf PS5
Album des Jahres: Dawn FM von The Weeknd
Serie des Jahres: Smiling Friends
Gute Vorsätze für 2023: Mehr Zeit mit Freunden verbringen


Hatte dank der Skywalker-Saga ein Traumjahr:
Nicola Hahn [501.legion]

Im letzten Jahr hat es die von mir lang erwartete Fortsetzung von Lego Star Wars in Form von Lego Star Wars: Die Skywalker Saga auf den Spielemarkt geschafft und dabei die Hauptteile der Filmreihe vereinigt. Endlich kann ich in einem Gefährt meiner Wahl durch die mir bekannte Galaxis brausen und nebenbei die Filme in Blockform wiedererleben, während ich in Erinnerungen an die ursprüngliche Lego-Umsetzung schwelge, die einen Großteil meiner Kindheit ausgemacht hat. Neben diesem absoluten Highlight habe ich mir im letzten Jahr das Genre der Automatisierungsgames wieder etwas genauer angesehen und dabei intensiv die prominentesten Ableger Factorio sowie Satisfactory (weiter)gespielt. Zu Ersterem kam im letzten Jahr auch eine sehr starke Version für Nintendo Switch, die trotz der Komplexität des Spiels glänzen konnte und sogar Cross-Play und Cross-Save anbietet, was leider bei den meisten Switchgames fehlt. Satisfactory kann ich im Zusammenhang mit meiner Arbeit regelmäßig spielen, muss dabei aber leider auch meine Kollegen warten, sodass ich zwischen den Terminen den Drang nach solchen Games stillen muss. Glücklicherweise bin ich auf meiner Suche auf Dyson Sphere Program gestoßen, das sich ebenfalls in diesem Genre befindet, sich aber nicht nur auf einen läppischen Planeten beschränkt, sondern ganze Sonnensysteme in Beschlag nimmt und die Spielmechaniken damit auf ein astronomisches Ausmaß ausdehnt! Als Mech stolziere ich erst über die Oberfläche eines Planeten, der natürlich bis zum letzten Partikel ausgebeutet wird, nur um mit der sogenannten Dyson Sphere auch die Energie der Sonne in diesem System anzuzapfen während ich schon auf dem Weg zum nächstgelegenen Planeten bin oder gar in das nächste System wechsle - gigantisch!


Abseits davon war aber auch im letzten Jahr wieder viel Retro-Kram dabei: Endlich habe ich Kirby’s Adventure und Super Mario Bros. (beides für NES) durchgespielt, was ich schon viel zu lange aufgeschoben habe. Grund dafür war lange meine Abneigung gegen 2D-Plattformer, die mich aus irgendwelchen Gründen nie richtig erreicht haben. Dabei bin ich mit einem NES und genau diesen beiden Games aufgewachsen, aber am Ende fehlte es doch am Skill um diese beiden kniffligen Games zu komplettieren. Während ich die Kirby-Reihe bis zum N64-Ableger weitergespielt habe, stecke ich jetzt bei Mario im zweiten Ableger fest. Schaut doch gerne im PlanetSwitch Livestream vorbei, wenn ich die Mario- und Kirby-Reihe weiter erkunde und einzelne Titel sogar durchspiele! Daneben konnten auch etwas modernere Titel wie Hitman: Blood Money und Hitman: Absolution endlich von mir abgeschlossen werden! Auch hier bin ich auf einer legendären Reise, die Hitman-Reihe zu vervollständigen und bin zumindest jetzt endlich in der Neuzeit angekommen, denn nun folgen die drei Reboot-Titel, die als Teil einer neuen Engine den Spieler in jedem Level in eine Art Spielplatz versetzen und ihn mit der Levelarchitektur spielen lassen. Nie war ein Hitman so offen und ich kann mich komplett „kreativ“ im Morden ausleben! Auch die Metal Gear-Reihe wurde fortgesetzt und das begonnene Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots kann dank der abstrusen Story im epischen Finale der Geschichte rund um Solid Snake mit denkwürdigen Momenten glänzen. Aber hier wird es noch bis in 2023 hinein dauern bis auch hier die Credits über den Bildschirm flimmern.


Spiel des Jahres: Stacklands (Steam)
Komplett ohne Erwartungen bin ich an Stacklands geraten, das das Aufbauspiel-Genre mit dem von Kartenspielen mischt. Auf einer kleinen Spielefläche kann ich Booster-Packs aufreißen und die darin enthaltenen Karten repräsentieren dann entweder Gegenstände, Personen oder sogar Gebäude. Es gibt ein Craftingsystem, sodass ich aus verschiedenen Kartenkombinationen wieder neue Karten gewinnen kann, die dann verkauft werden können, um neue Boosterpacks zu erhalten. Dieses Spielprinzip hat mich nun schon über 25 Stunden lang gefesselt und durch das Roguelike-Prinzip auch einige Haare gekostet, denn nach einem Game Over lassen sich nur die entdeckten Kartenkombi-Rezepte mit in den nächsten Run retten, sehr fies aber auch so süchtig machend! Für einen Early Access-Titel ist das Gameplay schon sehr rund und die Content-Patches der Entwickler machen immer wieder Lust auf eine Rückkehr.


Gurke des Jahres: Two Point Campus (Switch)
Während Two Point Hospital noch 2020 mit dem Einstand für Nintendo Switch überzeugen konnte, hatte es Two Point Campus ungleich schwerer: Die Two Point Studios hatten einen so tollen Erstlingswerk abgeliefert, sodass die Messlatte nun so hoch lag, dass sie einfach nicht mehr erreichbar war. Dabei war die Idee, einen virtuellen Campus mit Hörsälen, Professoren und allerlei Annehmlichkeiten aus dem typischen amerikanischen Studentenleben im Rahmen einer Management-Sim zu erschaffen, frisch und vielversprechend. An der eigentlichen Umsetzung lag es auch gar nicht, denn die Steam-Version konnte auch hier wieder gute Wertungen abräumen, doch die Switch-Portierung blieb weit hinter den Möglichkeiten und Erwartungen zurück. Abstürze und eine grausige Performance verhageln den Spaß an der Uni für die Hosentasche. Schade.

Zweitliebstes Spiel des Jahres: Lego Star Wars: Die Skywalker Saga (Switch)
Drittliebstes Spiel des Jahres: Kirby und das vergessene Land (Switch)
Größte Überraschung: Dyson Sphere Program ist Factorio und Satisfactory in nochmal größer und besser!
Größte Enttäuschung: V Rising hatte am Ende doch nicht so viel Inhalt wie erhofft
Freut sich auf: Advance Wars, The Legend of Zelda: Breath of the Wild 2 und SpongeBob Schwammkopf: The Cosmic Shake!
Song des Jahres: Sogno di Volare („The Dream of Flight“) von Christopher Tin aus dem Sid Meier’s Civilization VI-Soundtrack
Film/Serie des Jahres: Aus Mangel an Alternativen: Kenobi
Gute Vorsätze für 2023: Mehr Videotests für unseren YouTube-Kanal!


Vom PC-Enthusiast zum Konsolero:
Sebastian Mauch [Paneka]

2022 war für mich ein Jahr der Erkenntnisse. Nicht nur habe ich mich privat und menschlich weiterentwickelt, sondern konnte auch meinen Fokus gezielter auf Dinge setzen, die mir gut tun. Ich will ehrlich sein, die Switch gehörte nur noch selten zu diesen Dingen. Ich vertrete nach wie vor den Standpunkt, dass Nintendo viel zu wenig aus den Möglichkeiten dieser Konsole gemacht hat. Und der eShop oder die Nintendo Switch Online-App werden wohl bis in alle Ewigkeiten beim Öffnen weiterruckeln und Designs oder richtige Ordner werden wohl auch nie kommen. Auch spielemäßig wurde es nach und nach immer dünner. Hat man die beiden Current Gen-Konsolen im Haus, stelle zumindest ich mir immer wieder die Frage: Warum eigentlich auf der Switch, wenn es auch in hübsch und flüssig auf der Konsole geht. Selbst Titel, die eigentlich perfekt auf der Switch passen, bringen mir dank Achievements und sonstigem Drumherum wie Dual Sense oder HDR einfach mehr Freude auf PS5 und Series X. So blieb die Handheld-Konsole mehr oder weniger die Monster Hunter- und Picross-Maschine. Auch von meiner einstigen Lieblingsplattform, dem PC, habe ich mich immer weiter entfernt. Langsam aber sicher wurde das Gaming auf dem PC nicht nur finanziell unerschwinglicher, sondern auch unbequemer. Kostet eine zeitgemäße Grafikkarte mittlerweile so viel wie oder mehr als zwei Konsolen zusammen, stellt man sich irgendwie die Frage, ob die nicht alle Lack gesoffen haben bei Nvidia und AMD. Schließlich ist eine GPU nur eine von etlichen Kernkomponenten. Also lasse ich meine nun langsam doch recht betagte Konfiguration weiter verrotten, bis was kaputt geht oder diese kaputte Industrie wieder ein wenig Vernunft walten lässt.


Ansonsten hoffe ich für 2023 eigentlich nur, dass keine „Zwischenkonsolen“ à la PS5 Pro oder Xbox Series Z erscheinen, die Switch langsam aber sicher Richtung Friedhof wandert und Nintendo zumindest die nächste Generation vorstellt. Das Steam Deck hat nämlich dafür gesorgt, dass der Wunsch nach einem leistungsstarken „Game Boy“ nach wie vor extrem groß ist, und das nicht nur bei mir. Ach ja, ich hoffe auch, dass Nintendo das neue Zelda und Metroid Prime 4 nicht unter der asbachuralten Tablet-Hardware leiden lässt und beides trotzdem fantastische Spiele werden. Bei Ersterem mache ich mir weniger Sorgen, da Tears of the Kingdom auf der Technik von Breath of the Wild aufbauen wird und der Vorgänger schon echt hübsch war und gut lief. Bei Samus' neuestem Abenteuer bin ich jedoch noch skeptisch. Immer wieder stelle ich mir in Tagträumen vor, wie Metroid Prime 4 wohl auf einer PS5 oder Xbox aus der Feder eines Studios wie Guerrilla Games (Killzone 3, Horizon: Forbidden West) aussehen würde. Bayonetta 3 war zwar gut, aber technisch nicht die erhoffte Offenbarung.


Spiel des Jahres: Monster Hunter Rise: Sunbreak (Switch)
Eigentlich kam das Spiel ja schon 2021 auf den Markt und wurde von mir auch vorbildlich zu 100% durchgesuchtet. Im Sommer 2022 folgte jedoch endlich die große, und damit meine ich wirklich riesengroße, Erweiterung Sunbreak. Schon zum Release verdoppelte das Add-On mal eben den Umfang. Mittlerweile sind aber schon einige Title Updates und somit auch neue und erweiterte Mechaniken, zahlreiche neue Arenen und Monster sowie tonnenweise Quests hinzugefügt worden. Und 2023 geht es prompt mit den Updates weiter, ein Ende ist zumindest formal von Capcom noch nicht in Sicht. Dabei ist Risebreak noch nicht mal mein Lieblingsableger der Reihe, diesen Titel hat noch immer Monster Hunter Generations Ultimate inne. Doch allein was das Spiel gameplaytechnisch hinballert macht es schon legendär. Noch nie war ein Monster Hunter so dynamisch und agil, so voller QoL-Verbesserungen und mit so einem perfekten Online-Modus. Wirklich nie oder nur extremst selten traten so Dinge wie Disconnects oder Abstürze auf. Und selbst wenn, Nachjoinen für einen selbst und andere war nie einfacher.

Ein Spiel möchte ich euch noch als „Honorable Mention“ ans Herz legen: Grounded. Obsidian wirkt aktuell ja ohnehin aktuell wie das einzige Standbein von Microsoft. Die Xbox hatte trotz GamePass ein extrem schwachen Jahr und die größten Titel kamen fast alle aus dem Hause Obsidian. Grounded ist ein extrem detailverliebtes und liebevoll gestaltetes Survival-Adventure, dass eigentlich alles mitbringt, was so ein Survival-Game eben braucht. Zusammen mit einem Kumpel mache ich nun schon seit fast 100 Stunden den gigantisch Kleingarten als auf Insektengröße geschrumpftes Kind unsicher. Nur selten wird es fade oder gar langweilig. Aufgaben sind reichlich vorhanden und die Welt bringt auch auf bekannten Wegen immer wieder neue, erstaunliche Aspekte zum Vorschein. Für mich eigentlich -die- Entdeckung des Jahres, da ich eigentlich nur für ein paar Microsoft Rewards-Punkte mal reinspielen wollte - so kann's laufen!


Gurke des Jahres: Pokémon Karmesin/Purpur (Switch)
Ja, nein, vielleicht? Dieses Spiel hat in mir äußersten seltenen Zorn, Frustration und eine Zerrissenheit vom Feinsten hervorgebracht, und da bin ich echt nicht scharf drauf. Vorfreude war da, aber was Game Freak da veröffentlicht hat, gehört nicht nur verboten, sondern auch bestraft. Eine Schande, wie das einst so große Franchise immer mehr verkommt und sich trotzdem (!) in Rekordhöhe (!) verkauft. Ich bin mir sicherer denn je, die Menschheit ist auf kurz oder lang verloren. Entweder zerstören wir uns und unserer Lebensgrundlage selbst oder wir werden zu hirnlosen Konsumopfern. Man stelle sich mal vor, Nintendo brächte ein Mario Kart mit extremen Rucklern unter der 30 FPS-Marke heraus, wo die Gegner zwei Meter vor einem ins Bild ploppen. Und doch, trotz der technischen Einschnitte, wurde das Spiel inhaltlich in den Himmel gelobt. Und selbst das verstehe ich null. Das wirklich Schlimmste für mich persönlich ist aber, dass ich nicht stark genug bin, ein neues Pokémon einfach nicht zu kaufen. Diese Marke ist durch meine Kindheit und Jugend einfach so krass verankert, dass ich die Hoffnung nicht aufgeben will. Naja, ich denke ab hier kann eh nur noch bergauf gehen.

Zweitliebstes Spiel des Jahres: Grounded (Xbox)/ Horizon: Forbidden West (PS5)
Drittliebstes Spiel des Jahres: Stray (PS5)
Größte Überraschung: Grounded ist das beste Koop-Survival-Spiel aller Zeiten
Größte Enttäuschung: Nichts Neues zu Sons of the Forest…
Ereignis des Jahres: Elon Musk, eine Gratwanderung zwischen Genie und Wahnsinn
Freut sich auf: All die großartigen Ankündigungen für 2023 (Hogwarts, ich komme!)
Album des Jahres: Mein vollständiges Album von Monster-Goldkronen in Monster Hunter Rise
Film/Serie des Jahres: Wednesday (Serie, Netflix)
Gute Vorsätze für 2023: Gesundheitliche Probleme in den Griff bekommen


Konzentriert sich lieber auf ausgewählte High- und Lowlights:
Tjark Michael Wewetzer [Alanar]

Mein Fazit fällt dieses Mal etwas kürzer aus, denn irgendwie war 2022 so überhaupt nicht meins. Das ist gerade deswegen frustrierend, weil spielemäßig eigentlich richtig viel los war. Bereits zum Jahresbeginn überraschte Pokémon Legenden: Arceus trotz nicht ganz zeitgemäßer Optik durch seinen fesselnden Flow, der selbst mich mitriss und zur Komplettierung des Pokédex ermunterte – etwas, das ich sein der Roten Edition auf dem Game Boy nicht mehr gemacht habe! Daraufhin folgten Atelier Sophie 2, Triangle Strategy, ja sogar das bis kürzlich mit Mikrotransaktionen verseuchte Chocobo GP bereitete mir Freude. Aber dann ist im Sommer in meinem Kopf plötzlich eine gewaltige Lücke, die erst um den Release von Return to Monkey Island herum endet. Sogar Rune Factory 5 liegt – für mich absolut untypisch – noch weitestgehend ungespielt in meinem Spielekoffer. Immerhin endete das Jahr dann noch mit ein paar kräftigeren Eindrücken. Dank Crisis Core Reunion konnte ich endlich mal diesen einen verpassten PSP-Klassiker nachholen, ich beendete zum ersten Mal nach zehn langen Jahren Mass Effect 3, lernte mit Sonic Frontiers und Pokémon Karmesin zwei Open-World-Geschmacksrichtungen kennen, mit denen ich gar nicht kann, und spüre zudem noch das Verlangen, mehr Harvestella und SaGa-Spiele zu spielen. Manchmal sind es die kleinen Dinge, die einen vor der Langeweile mit Mario + Rabbids: Sparks of Hope ablenken.


Spiel des Jahres: Return to Monkey Island (Switch)
Schuldig im Sinne der Hype-Anklage. Ich bin mir zum jetzigen Zeitpunkt nicht einmal sicher, ob ich in vielen Jahren noch ähnlich zufrieden auf dieses Spiel zurückblicken werde oder es wie mit Zero Time Dilemma endet, wo ich mehr den Abschluss an sich als die Art der Auflösung zelebrierte und sich im Nachgang langsam eine leichte Enttäuschung breitmachte. Aber beim verrotteten Bart von LeChuck, ich hatte meine helle Freude an dem neuen Abenteuer von Guybrush Threepwood! Als jemand, der mit den PC-Klassikern aufgewachsen ist (wenn auch zugegebenermaßen erst mit Curse of Monkey Island so richtig seinen Einstieg fand) machte sich direkt vom ersten Schritt auf Mêlée Island ein wohlig-nostalgisches Gefühl bemerkbar und trotz der zunächst noch gewöhnungsbedürftigen neuen Optik freundete ich mich schnell mit dem Look an. Zumal weiß Return to Monkey Island, das es mit hohen Erwartungen von Serienfans zu kämpfen hat. Schließlich will dieser Serienteil endlich das große Geheimnis von Monkey Island aufklären, das im Titel des ersten Teils erwähnt, aber nie ernsthaft thematisiert oder gar gelüftet wurde. Ohne zu sehr ins Detail zu gehen, habe ich das Spiel zu meiner Zufriedenheit abschließen können. Meine Erwartungen wurden in dieser Hinsicht somit im Prinzip erfüllt. Dass es nicht jedem so gehen wird, dessen ist sich das Team von Terrible Toybox allerdings mehr als bewusst – dies macht das Adventure bereits mehrfach im Laufe der Geschichte deutlich. Nach über 20 Jahren wird schließlich jeder Fan so seine eigenen Theorien aufgestellt haben.

Aber selbst abseits des großen Kernthemas bietet Return to Monkey Island reichlich Freude. Die Dialoge sind erstklassig geschrieben, glänzen selbst in der deutschen Übersetzung mit gekonntem Wortwitz und letzten November wurde auch noch eine deutsche Tonspur inklusive meinem Guybrush Norman Matt und sogar der alten Elaine-Sprecherin Frauke Poolman (die in Tales of Monkey Island aussetzte) nachgereicht. Die Puzzles sind unterhaltsam zu lösen und lassen nichts in Sachen Kreativität vermissen. So lernt Guybrush etwa, wie man ein gutes Seemannsgarn nach Anglerart spinnt, muss sich mit ungewöhnlichen Alarmanlagen herumplagen oder lernt eine etwas andere Art der Entschuldigung kennen. Und selbst wenn die Lösung etwas esoterischer ausfallen sollte, kommt selten wirklich Frust auf. Dafür sorgen einerseits die clever eingestreuten Hinweise, andererseits aber auch das Ingame-Hinweisbüchlein als letzte Rettungsleine, das erst leichte Denkanstöße und nach mehrfachem Anfragen auch direkte Lösungswege präsentiert. So haben Veteranen ihren Spaß und Quereinsteiger wie Neulinge finden sich nicht ganz auf verlorenem Posten. Für mich ist Return to Monkey Island daher ingesamt mein definitives Highlight des Spielejahres 2022!


Gurke des Jahres: Yurukill: The Calumniation Games (Switch)
Wäre ich abgebrühter, würde an dieser Stelle eines von zwei anderen Spielen stehen. Dass der Releasezustand von Pokémon Karmesin und Purpur die reinste Frechheit für ein Franchise dieser Größe ist und selbst ohne all die Fehler die Open World recht leer und einfallslos gewesen wäre, ist kein Geheimnis. Und auch wenn Sonic-Fans das neue Abenteuer regelrecht abfeiern, kam mir Sonic Frontiers mehr wie eine Ansammlung unfertiger Testlevel vor, die zufälligerweise ihre spaßigen Momente hatte – wobei die Switch-Umsetzung mit Sicherheit auch in mein Urteil reingespielt hat. Doch so sehr ich meine Probleme mit den beiden Titeln hatte, war Yurukill: The Calumniation Games einfach in vielen Belangen schlimmer. Als Kontrast zum gelungenen Return to Monkey Island ist das hier nämlich ein Adventure, dessen Kern-Gimmick zwar ganz interessant ist, damit jedoch nicht kaschieren kann, dass die Geschichte weit hinter ihrem Potenzial zurücksteht und die Rätselpassagen einfach nicht gut sind. Und die katastrophale deutsche Übersetzung ist alles andere als unschuldig daran!

Dabei zog mich die Erzählung eingangs noch in ihren Bann, dreht sie sich doch um Menschen mit dunklen Vergangenheiten und ihren Vollstreckern. In der ersten Hälfte erfuhr ich mehr über die jeweiligen Teams dieses Todesspiels und der Höhepunkt eines jeden Kapitels ist ein Kampf nach Shoot ’em Up-Manier, der während der Bossgefechte mit kleinen Rätselrunden aufgelockert wird. Klar wirken die ständigen Unterbrechungen beizeiten etwas befremdlich, doch daran störte ich mich eher weniger. Was mir sauer aufstieß war die Tatsache, dass viele Rätsel dank der Übersetzung entweder nur schwer oder überhaupt nicht eindeutig lösbar waren. Entweder weil die Hinweise nicht zu den Antworten gepasst haben, weil mal mehrere Antwortmöglichkeiten im Prinzip die selbe richtige Aussage boten, mal weil einfach gar nicht stimmen wollte. Das ist im normalen Knobelfluss bereits nervig, nach längeren Ballerpassagen mit Game Over-Drohung jedoch einfach nur spielspaßtötend. Hinzu kommt, dass die Adventure-Einlagen sich nicht einmal wirklich angenehm steuern und wenig Spielraum für Erkundungen bieten. Nicht zuletzt fällt die ganze Handlung in der zweiten Hälfte unweigerlich in sich zusammen und opfert den Teil, der für mich eingangs die Spannung ausmachte. Yurukill ist schlichtweg nichts Halbes und nichts Ganzes und somit ein unausgegorener Genre-Mix, den man sich schenken kann.

Zweitliebstes Spiel des Jahres: Live A Live (Switch)
Drittliebstes Spiel des Jahres: Pokémon Legenden: Arceus (Switch)
Größte Überraschung: RETURN TO MONKEY ISLAND WURDE WIRKLICHKEIT
Größte Enttäuschung: Die Rabbids in Mario + Rabbids: Sparks of Hope. Sie sind nur glorifzierte Toads mit Hasenohren! DAS SIND NICHT MEINE RABBIDS!
Freut sich auf: Einen neuen Battle Network-Marathon mit der Legacy Collection.
Album des Jahres: Atelier Sophie 2: The Alchemist of the Mysterious Dream Original Soundtrack
Film/Serie des Jahres: Ya Boy Kongming
Gute Vorsätze für 2023: Meinen Mut zusammennehmen und endlich die angehäuften SaGa-Spiele angehen.

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