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Fire Emblem: Shadow Dragon & the Blade of Light

Kurztest: Fire Emblem: Shadow Dragon & the Blade of Light

Tjark Michael Wewetzer, 02.12.2020

2

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Dass wir den Tag noch erleben dürfen! Angesichts des 30-jährigen Bestehens der Fire Emblem-Reihe veröffentlicht Nintendo nun erstmals das Spiel, welches zu NES-Tagen (oder eher Famicom-Zeiten, um genau zu sein) den Grundstein für die Strategie-RPGs aus dem Hause Intelligent Systems legen sollte, in westlichen Gefilden – dies allerdings „lediglich“ als limitierten eShop-Download, der nur bis zum 31. März 2021 erwerbbar sein soll. Aber hey, dafür kommen wir endlich in den Genuss der ersten Abenteuer vom Heldenkönig Marth, ganz ohne die Anpassungen und Ergänzungen, die das DS-Remake Shadow Dragon mit sich brachte! Wobei dies eigentlich auch kein Grund zum Feiern ist, wie ich bei meinem Test der Switch-Umsetzung von Fire Emblem: Shadow Dragon & the Blade of Light sehr schnell erfahren durfte.

Es war einmal in Akaneia …
Die Story, welche Nintendo-untypisch übrigens nur in englischen Texten präsentiert wird, startet unkompliziert: Das Imperium von Dohlr bedroht das Königreich Altea und Prinz Marth zieht mit einer Gruppe eingeschworener Gefährten los, um die Invasoren vom Kontinent Akaneia zu vertreiben. Was Fire Emblem von anderen Strategiespielen abhebt(e), sind eure Einheiten: Statt generischer Krieger und Magier hat jede Figur einen Namen und eine Geschichte, Letztere fällt in dieser Originalfassung jedoch sehr flach aus. Mehr als die jeweiligen Rekrutierungsszenen gibt es nicht. Das ist schade, zumal sie technisch bedingt immer noch ziemlich gleich aussehen und selbst die jeweiligen 8-Bit-Porträts nur sichtbar sind, wenn ihr sie explizit aufruft. Es fällt somit doch bedeutend schwerer, eine Bindung zu den Charakteren aufzubauen und ihren eventuellen Tod zu bedauern – das permanente Ausscheiden von Einheiten nach vollständigem KP-Verlust gibt es hier nämlich auch schon.

Was es wiederum nicht gibt, ist das Waffendreieck – also die Stärke- und Schwächeverhältnisse zwischen Lanzen, Äxten und Schwertern. Lediglich eine Hand voll besonderer Waffenkategorien verfügen über Spezialschaden-Eigenschaften. Unschön, macht es die Schlachten doch gefühlt weniger taktisch, zumal Shadow Dragon & the Blade of Light anders als das moderne Three Houses nichts mitbringt, um dies zu kompensieren. Viel schlimmer: Da sich diverse Informationen wie Einheitenwerte oder Bewegungsreichweite entweder in langsam aufrufbaren Menüs verstecken oder schlichtweg gar nicht angezeigt werden, fällt es umso schwerer, anständig zu taktieren. Im Kampf selbst werden alle Werte dann auch noch als unbeschriebene Balken angezeigt, was das Abschätzen von Stärken noch einmal zusätzlich erschwert. Viele Konfrontationen endeten bei mir schnell auf unerwartete Weise, weil ich nicht genügend abschätzen konnte, was auf mich zukommt – somit fühlt sich Shadow Dragon & the Blade of Light ein deutliches Stück unfairer als seine moderneren Gegenstücke an.

Mehr Tempo, wenn ich bitten darf!
Aber Nintendo wäre nicht Nintendo, wenn es für genau solche Frustmomente nicht etwas Unterstützung gäbe! So könnt ihr einerseits an jedem beliebigen Punkt ein Lesezeichen setzen und dieses bei Bedarf laden – beim Start der Software wird besagtes Lesezeichen sogar direkt automatisch geladen, was euch den Umweg über den Startbildschirm erspart. Außerdem dürft ihr Züge jederzeit zurückspulen und so Fehlschläge wie die oben erwähnten direkt ungeschehen machen. Klar ist das nichts, was man nicht bei anderen Aufbereitungen von Klassikern gesehen – immerhin gehören die Features zur Standard-Ausstattung der NES- und SNES-App der Switch – doch das macht sie nicht minder hilfreich. Ebenfalls gut: Ihr könnt das Spieltempo auf das Zweifache erhöhen, wozu ich angesichts der extrem schnarchigen Standardgeschwindigkeit auch zwingend raten würde. Optional könnt ihr dies sogar nur auf gegnerische Züge beschränken. Schade ist nur, dass sich der Temposchub auch wirklich auf alles auswirkt – also auch eure Eingaben und die im Schnellvorlauf unerträglich klingende Hintergrundmusik. Gerade Letztere tut weh, denn bei regulärer Geschwindigkeit gehen die alten 8-Bit-Stücke definitiv ins Ohr.

Fazit:
Allein vom spielhistorischen Wert her ist Fire Emblem: Shadow Dragon & the Blade of Light natürlich von großer Wichtigkeit, keine Frage. Endlich offiziell in einer nichtjapanischen Sprache die Ursprünge der heutzutage weltweit erfolgreichen Marke spielen zu können hat absolut etwas. Leider ändert dies nichts daran, dass der Klassiker nach heutigen Maßstäben natürlich mehr als veraltet wirkt. Das unter Normalbedingungen langsame Spieltempo, die flache Handlung, die praktisch gar nicht ausgearbeiteten Charaktere und die Menüführung machen das Taktik-RPG zu etwas, worauf man sich wirklich erst einstellen muss, um zumindest etwas Spielspaß zu empfinden. Natürlich sind viele Dinge davon auch technischen Limitationen verschuldet, waren NES und Famicom eben noch vergleichsweise simple Konsolen. Trotzdem nervt es mich ungemein, wenn ich beispielsweise bei der Auswahl meines Angriffsziels nicht vorab einsehen kann, wie hoch meine Chancen auf tatsächliche Treffer stehen. Das Rückspul- und Lesezeichen-Feature schaffen da natürlich Abhilfe, fühlen sich aber auch eher an wie ein halbherzig aufgedrücktes Pflaster als eine richtige Lösung. Alles, was Shadow Dragon & the Blade of Light bei mir geschafft hat, ist mich dazu zu bringen, mal wieder das DS-Remake aus dem Regal zu kramen. Denn das macht heute noch trotz einiger Design-Schwächen und ebenfalls nicht sonderlich ausgefeilten Charakteren einfach mehr Spaß als der eingestaube NES-Urgroßvater.

Älter als Fire Emblem: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für PlanetSwitch.de

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Reviewcodes.

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Feiern mit Fossilien: Stark angestaubtes Seriendebüt, das viele liebgewonnene Features zukünftiger Teile verständlicherweise vermissen lässt, mit Willem zum Durchbeißen aber zumindest noch etwas Freude macht.

Wertung

Kompakte Story-Szenen …

Praktische Lesezeichen- und Rückspulfunktion

… bei denen die vielen Charaktere zu kurz kommen

Schwer durchschaubare Einheitenwerte

Ungemütliche Menüfummelei

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2 Kommentare

profil 748 comments
[03.12.2020 - 12:38 Uhr]
Regnat:
Fühlst Du dich nach diesem Test denn auch alt? :P

Mal sehen, ob ich mir dieses Spiel mal zulegen werde. Stehe dem etwas skeptisch gegenüber. ^^
profil 1051 comments
[03.12.2020 - 19:46 Uhr]
Alanar Tjark Michael Wewetzer
Nicht so alt wie bei der Erkenntnis, dass Final Fantasy X nächstes Jahr seinen 20. Geburtstag feiert, aber von der Staubmenge her passt es.
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Spielname:
Fire Emblem: Shadow Dragon & the Blade of Light

Typ:
eShop Spiel

Jetzt Bestellen:
Zum Shop
Publisher:
Nintendo

Developer:
Intelligent Systems

Genre:
Strategie

Release:
04.12.2020 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre

eShop Preis:
5,99 €

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