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Olympische Spiele Tokyo 2020: Das offizielle Videospiel

Kurztest: Olympische Spiele Tokyo 2020: Das offizielle Videospiel

Tjark Michael Wewetzer, 26.06.2021

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Mario und Sonic legten 2019 bereits vor, jetzt kommt passend zur situationsbedingt verschobenen realen Olympiade der Nachschlag. Zusätzlich zum Crossover-Sportfest veröffentlichte Sega in Japan nämlich auch ein „normales“ Spiel rund um die olympischen Wettkämpfe – und besser spät als nie dürfen wir in Europa Olympische Spiele Tokyo 2020: Das offizielle Videospiel jetzt auch erleben. Nun war das Mario & Sonic-Pendant leider alles andere als spaßig, bot es doch bis auf den interessant aufgezogenen Story-Modus keine langfristigen Reize für digitale Olympioniken (zum Test). Dass es auch besser geht, zeige ich euch in diesem Test.

Quasi-Sonic bei den Olympischen Spielen
Am Anfang steht zunächst die Charaktererstellung, denn mangels Starpower müsst ihr hier selbst an den Start gehen. Dabei stehen euch eine Vielzahl von Gesichtern, Frisuren und Stimmen zur Verfügung, kreativ unbegabte Zocker dürfen sich notfalls aber auch etwas zufällig zusammenwürfeln lassen. Euer Alter Ego lässt sich zudem später auch nachbearbeiten, wenn euch das Ergebnis auf Dauer nicht schmecken sollte. Nicht zuletzt beginnt ihr mit einem recht überschaubaren Kleiderschrank. Die zahlreichen Outfits wollen nämlich erst mit erspielten Punkten erworben werden. Die Palette reicht dabei von den üblichen Sporthemden und -shorts über Schutzausrüstung bis hin zu ausgefalleneren Ensembles der Marke Zauberrobe, Ritterrüstung und Maskottchen-Anzug. Sogar ein Sonic-Outfit gibt es hier, das sich von Beginn an auswählen lässt! Als wäre das noch nicht genug der Anpassbarkeit, dürft ihr für jede der 18 Disziplinen individuell die Kleidung bestimmen und bei Teamsportarten auch eure Mitstreiter anpassen – völlig frei von jeglichen Vorgaben. Mit Blume im Haar und Badehose am Körper die BMX-Strecke abfahren? Im Kimono neue Rekorde beim Hürdenlauf aufstellen? Dem gegnerischen Judo-Team in voller Magiermontur Paroli bieten? Alles problemlos möglich! Das allein zeigt bereits, dass Das offizielle Videospiel nicht ganz so trocken ist, wie der Titel vermuten lässt.

Wie bitte? Es kommt noch ein Spiel nach dem Charaktereditor? Stimmt ja! Unterteilt ist es in zwei Hauptmodi: Olympische Spiele und Ranglistenspiele. Ersterer ist die Hauptanlaufstelle für Solo- und Multiplayerpartien. Entweder allein, zu zweit an der selben Konsole oder mit bis zu vier Leuten online oder im lokalen Drahtlosspiel dürft ihr alle Disziplinen des Spiels angehen. Anders als bei Mario & Sonic gibt es hier sogar Setlisten: Sowohl sieben vorgefertigte Turnieroptionen als auch eine frei zusammenstellbare mit bis zu sieben Disziplinen stehen zur Verfügung. Leider lassen sich keine eigenen Listen für spätere Schnellauswahlen speichern, doch das ist vielmehr ein Luxusproblem anstelle eines ernsthaften Defizits. Aber selbst wenn ihr ganz allein spielt, gibt es etwas zu erledigen: Jede Einzeldisziplin lockt mit freispielbaren Goldmedaillen, für die ihr euch schrittweise qualifizieren müsst. Praktisch bedeutet dies, dass ihr die jeweiligen Events dreimal in Folge spielen müsst, der dabei anziehende Schwierigkeitsgrad motiviert jedoch ungemein.

Habt ihr euch im lokalen Spiel ausreichend aufgewärmt, geht es in die Ranglistenpartien. Clevererweise dürft ihr hier nicht frei aus allen Disziplinen wählen, sondern seid strikt an einen serverseitig vorgegebenen Zeitplan gebunden. Auf diese Weise stehen euch pro Zeiteinheit stets nur drei der 18 Sportarten zur Verfügung, für die das automatische Matchmaking nach Mitbewerbern sucht. Klar wäre eine komplett freie Auswahl schöner, doch immerhin ist so im Rahmen meines Tests stets ein guter Fluss an Spielern gewährt worden – auch das konnte Mario & Sonic nicht von sich behaupten. Zur Kommunikation mit euren Mitspielern steht übrigens ein umfassender Katalog an vorgefertigten Phrasen zur Verfügung, mit dem man sich in den Partien auch gut unterhalten kann.

Athletisches Multitalent
So viel zum Rahmenprogramm, doch wie spielen sich die einzelnen Disziplinen nun? Anders als Mario & Sonic verzichtet Das offizielle Videospiel auf jegliche Motion-Control-Spielereien – jede Sportart wird mit den Analogsticks und Aktionstasten gesteuert. Kompakte Tutorials vor dem ersten Start verraten euch dabei den groben Ablauf, verzichten dabei jedoch ärgerlicherweise auf Details wie Turbostart-Kommandos in Rennwettbewerben oder Ballkontrollmanöver beim Tischtennis. Selbst die optional im Spielverlauf eingeblendeten Kommandos verschweigen die Kniffe. Ein Hinweis auf die Steuerungsübersicht, die all das genau aufdröselt, wäre im Rahmen des Tutorials hilfreich gewesen. Lediglich die Ladebildschirm-Tipps weisen gelegentlich darauf hin, dass tiefgründigere Spielmechaniken existieren – und dann müssen diese Fingerzeige auch noch erst freigeschaltet werden.

Ist diese kleine Hürde jedoch erst einmal bewältigt, entfaltet sich der Spaß. Von der Spieltiefe her unterscheiden sich die Wettkämpfe natürlich stark – der 100m-Sprint ist beispielsweise bedeutend weniger komplex als ein Judo-Match oder eine Partie Baseball. Trotzdem wirkt jede Disziplin durchdacht und wird durch die erstaunlich effektvolle Präsentation gehörig aufgewertet. So ziehen Sprinter beim Wettlauf in Höchstgeschwindigkeit eine Feuerspur hinter sich her, während Spezialhiebe beim Boxen mit Zeitlupenszenen und Partikeleffekten akzentuiert werden. Gewisse Spielchen wie etwa Baseball können sich je nach Können der Teilnehmer aber auch unangenehm ziehen. Nachdem ich in besagter Disziplin erst einmal das Timing gegen die KI raushatte, erzielte ich einen Home-Run nach dem anderen – das nahm dem Spiel natürlich enorm die Spannung. Dabei handelt es sich jedoch glücklicherweise um eine Ausnahme. Und speziell in Multiplayer-Partien mit bedeutend unberechenbareren Mitspielern kommt die Spannung selbstverständlich direkt wieder auf. Abschließend sei angemerkt, dass Besitzer der Mario & Sonic-Ausgabe sich nicht allzu sehr vor Doppelungen bei den Disziplinen fürchten müssen. Klar gibt es einige Sportarten, die sich in sowohl dort als auch hier finden lassen, behandeln sie doch den selben Wettstreit, doch es wird auch neuer Stoff geboten. Während Mario, Sonic und Co. beispielsweise aufs Skateboard steigen dürfen und sich im Bogenschießen versuchen, präsentiert die bodenständigere Olympiade etwa Hammerwerfen und Basketball. Und selbst die Überschneidungen wie Sportklettern spielen sich zum Teil merklich anders.

Fazit:
Nach der Enttäuschung mit Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen war ich hier auf ein ähnlich durchwachsenes Erlebnis eingestellt – schließlich erwartete ich bei Olympische Spiele Tokyo 2020: Das offizielle Videospiel keinen Story-Modus und wenn man den vom Crossover-Pendant absägt, bleibt nicht viel. Zu meiner freudigen Überraschung bot mir Segas andere Videospiel-Olympiade jedoch genau die Elemente, die ich im vorherigen Spiel schmerzlich vermisste. Statt witzloser Schnellspiele (die hier amüsanterweise in Form des nebensächlichen Übungsmodus' an Bord sind) streitet ihr allein oder mit Freunden im mehrstufigen Wettbewerben um Goldmedaillen oder versucht, eure Vielseitigkeit in Mixlisten mit bis zu sieben Disziplinen unter Beweis zu stellen. Der fokussierte Ranglistenmodus mit eigenem Online-Zeitplan sorgt zudem dafür, dass – zumindest zum jetzigen Zeitpunkt noch – eine gesunde Anzahl an Spielern sich an ausgewählten Sportarten versucht, statt sich über die komplette Auswahl zu verteilen. Die astreine Präsentation, die trotz realistischerem Look immer noch merklich stilisiert wirkt und auch nicht vor videospielhaften Bildeffekten zurückschreckt, schindete bei mir ebenfalls mächtig Eindruck. Lediglich die etwas zu knapp gehaltenen Tutorials, die tiefere Spielmechaniken gänzlich verschweigen, und die lediglich auf Klamotten beschränkten freischaltbaren Dinge trüben das Erlebnis etwas. Und ein richtiger Karrieremodus als Äquivalent der Story von Mario & Sonic hätte mir ebenfalls gefallen. Aber auch so habe ich meine helle Freude am sportlichen Wettstreit auf dem Switch-Screen! In einer perfekten Welt wären die Elemente von Segas beiden Olympischen Videospielen in einem großartigen Paket zu haben gewesen. So bleiben uns leider nur zwei Spiele, die nicht ihr ganzes Potenzial ausschöpfen können. Von den beiden ist Olympische Spiele Tokyo 2020: Das offizielle Videospiel jedoch zweifelsohne die bessere Wahl!

Zauberer auf dem BMX-Rad: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für PlanetSwitch.de

Vielen Dank an Sega für die freundliche Bereitstellung des Reviewcodes.

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Videospielsportspaß für Rekordjäger: Kurzweiliges Minigame-Paket rund um die Olympiade, das vor allem mit Freunden begeistert.

Wertung

18 durchdachte Disziplinen

Kurzweilige Wettkämpfe dank erstellbarer Mixlisten

Reichlich freischaltbare Outfits und Accessoires

An einer Konsole auf zwei Spieler limitiert

Zu knappe Tutorials

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Spielname:
Olympische Spiele Tokyo 2020: Das offizielle Videospiel

Typ:
Switch-Spiel

Jetzt Bestellen:
Zum Shop
Publisher:
Sega

Developer:
Sega

Genre:
Sport

Release:
22.06.2021 (erschienen)

Multiplayer:
1-2 Spieler, 1-8 online

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre

eShop Preis:
39,99 €

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