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Kurztest: Train Valley

Nicola Hahn, 14.08.2022

1

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Bahn frei, hier kommt der Testbericht zu Train Valley! Dieses Rätselspiel aus dem Hause des litauischen Entwicklers Flazm gibt es bereits seit 2015 auf Steam und hat sich dort einen Namen gemacht, denn 2018 kam bereits die Fortsetzung Train Valley 2 heraus. Nun hat es das Ursprungsspiel auf Nintendo Switch geschafft und versucht mit niedlichen Zügen und knallharten Rätseln die Herzen der Nintendo-Fans zu erobern. Fährt es einen Triumph ein oder braust es am Bahnhof vorbei?

Aufgepasst, verrückter Zug voraus!
Das Spiel steht ganz im Zeichen eines Eisenbahnunternehmens, das plötzlich auftauchende Bahnhöfe miteinander vernetzen und anschließend den Berufsverkehr möglichst souverän und ohne große Zwischenfälle durch Verändern der Weichen steuern muss. Wir starten also ins erste Level und nach kurzer Zeit erscheinen auch schon zwei zufällige Stationen. So ganz zufällig sind deren Positionen dabei nicht, denn die verschiedenen Orte sind vorgegeben und nur die Spawn-Reihenfolge wird ausgewürfelt. Also haben wir plötzlich den orangenen und den gelben Haltepunkt auf der Karte, die jetzt miteinander verbunden werden möchten. Das Schienen-Tool, das jetzt zum Einsatz kommt, ist dabei nicht immer einfach zu bedienen, da nicht nur horizontal und vertikal, sondern auch diagonal gebaut werden kann und genau diese Erkennung des in die Ecke gedrückten Sticks manchmal etwas hakelig ist und mit dem D-Pad kaum besser funktioniert. Glücklicherweise lässt sich die Zeit stark verlangsamen oder gar pausieren, sodass das Schienennetz halbwegs entspannt platziert werden kann. Eine zentrale Rolle spielen dabei auch Weichen, da durch das begrenzte Budget und wegen der vielen Hindernissen im Level wie Bäume, Häuser und Berge bestimmte Streckenabschnitte wiederverwendet werden müssen, um alle Bahnhöfe miteinander zu verbinden.

Am unteren rechten Bildschirmrand befindet sich eine Anzeige, die vermittelt, wann der nächste Zug in einem der Bahnhöfe spawnt. Ist der Timer abgelaufen, erscheint die neue Bahn in dieser Station und anhand der Farbe kann auch gleich der Zielbahnhof ausgemacht werden. Über ihr wird außerdem ein Geldbetrag angezeigt, der den potentiellen Gewinn angibt und langsam runterzählt. Also schnell die Lok über das jeweilige Tool starten und die Fahrt geht los. Während der Fahrt müssen nun die Weichen via Klick auf das Stellwerk korrekt eingestellt werden, damit sie am Ende unbeschadet im Zielbahnhof einfahren und den aktuellen Gewinn in die Kasse spülen kann. Landet sie im falschen Bahnhof, dreht sie - dort angekommen - gleich wieder um und begibt sich wieder auf die Reise. Stößt sie mit einer anderen Bahn zusammen, zerlegt es sogar beide Züge und im Worst Case sogar die Schienen dazu. Es geht also nicht nur der ausstehende Profit zweier Eisenbahnen flöten, sondern auch noch das teure Streckennetz, das zu allem Überfluss jetzt auch noch von Schutt übersät ist, der gegen zusätzliche Kosten entsorgt werden muss, wenn die Gleise neu verlegt werden. Unfälle sind also alleine mit Blick auf den eigenen Geldbeutel eher zu vermeiden, doch es gibt einen recht schwerwiegenden Bug, der mit Zugunglücken in Verbindung zu stehen scheint: Wird nämlich der letzte Zug, der eigentlich das Level beenden soll, in ein solches Unglück verwickelt, läuft das Spiel manchmal unendlich weiter, ohne die Möglichkeit das Level erfolgreich abschließen zu können. Immerhin war es dadurch möglich, die Sowjetunion bis ins Jahre 2022 fortzuführen bis die jährlichen Steuern unser Unternehmen in die Knie zwang.

Diese Steuern, die jährlich vom Konto fließen, müssen immer einkalkuliert werden, denn sonst ist das Spiel schnell Game Over: Oben rechts wechseln die Monate des Jahres durch und der feste Betrag wird zum Jahreswechsel eingezogen. Besonders gefährlich ist diese Ausgabe auch in Kombination mit der Zeitmanipulation: Über den rechten Trigger lässt sich nämlich die Zeit beschleunigen und auch wieder verlangsamen. Wer aber stattdessen den linken Trigger drückt und das vielleicht auch noch öfters, um die Zeit entsprechend anpassen zu wollen, lässt stattdessen neue Züge erscheinen. Dies ist eigentlich dafür gedacht, um auf Knopfdruck zusätzliche Aufträge zu erhalten, um in einer Flaute schneller an Geld zu kommen, doch kostet das Drücken des Knopfes eine gute Stange Geld und kann so fix zum Bankrott führen. Außerdem werden die Bahnhöfe verstopft und findet das Spiel nach Ablauf des Spawntimers keinen freien Bahnhof, braust einfach ein zufälliger Lokführer ohne Erlaubnis los, um seinen jeweiligen Bahnhof zu erreichen. Wir müssen uns dann mit diesem Alleingang arrangieren und die Weichen so stellen, dass der Rogue-Zug die Bahnen frei hat. Glücklicherweise können aber auch einzelne Bahnen angehalten und sogar in die andere Richtung geschickt werden.

Ein bisschen mehr Challenge gefällig?
Die einzelnen Levels lassen sich ansonsten recht einfach meistern, wenn alle Haltestationen mit einem großen Ring verbunden werden und hier und da ein Ausweichgleis eingerichtet wird. Doch die Entwickler haben sich auch noch jeweils drei Expertenziele pro Karte überlegt: So gilt es in einer Mission, Profit in einer bestimmten Höhe zu erwirtschaften oder Unfälle zu verhindern. Wer eine dieser Anforderungen bis zum Ende erfüllt, darf sich über einen Stempel in der Levelauswahl freuen. Im nächsten Anlauf können auch noch die übrigen Stempel hinzukommen, ohne dass die bereits vorher erfüllten Ziele nochmals geschafft werden müssen. Theoretisch lassen sich aber auch alle Aufgaben am Stück erfüllen, doch wird das mit der Zeit immer kniffliger: So verlangt das Spiel, dass kein Zug angehalten werden darf. Oder die Pause-Funktion ist plötzlich tabu. Aber auch ein wenig Spaß muss sein: Auf einer Karte gilt es möglichst viele Häuser und Vegetation abzureißen oder gar absichtlich Züge auffahren zu lassen. Bei der Anforderung, eine Mindestanzahl an zusätzlichen Bahnen einzusetzen oder einen Gewinn von X zu erzielen, haben Switch-Spieler übrigens einen großen Vorteil: Während auf Steam das eigenständige Spawnen von Zügen begrenzt war, gilt das nicht auf Nintendo Switch: Der linke Trigger kann beliebig oft gedrückt werden, um gegen den bereits erwähnten Betrag eine Eisenbahn an einem zufälligen, freien Bahnhof erscheinen zu lassen. Das führt dazu, dass auch mit Losschicken des letzten Zuges im Level noch neue Loks eingesetzt werden können, um die Ziele ganz entspannt zu erreichen.

Ausnahmen bilden hier Sonderzüge, die das Spiel in einigen wenigen Leveln einbaut. Diese erscheinen in festen Abständen außerhalb der Karte und fahren über ein bereits festgelegtes Gleisnetz ein. Die Strecke muss dann zum jeweiligen Ziel vollendet werden und sobald alle Sonderzüge angekommen sind, wird das Level automatisch beendet. Dabei gilt auch: Stößt der VIP-Bahn irgendetwas zu, ist das Level sofort verloren. Diese Mechanik wird erst im dritten Kapitel, der Sowjetunion, eingeführt. Davor geht es übrigens im ersten Kapitel quer durch Europa, im Zweiten dann in die Staaten und danach nach Japan und als großes Finale in Kapitel Vier nach Deutschland. Letzteres ist übrigens ursprünglich als DLC auf Steam hinzugefügt worden, das dort weiterhin für 2,49€ zusätzlich erworben werden muss. In der Console-Edition ist es bereits enthalten.

Fazit:
Train Valley fühlt sich im ersten Moment auf Nintendo Switch klobig an. Wer vorher das Spiel mit Maus gespielt hat, wird sich anfangs wie ich bestimmt noch etwas schwer tun. Besonders der Streckenbau steuert sich ungenau und das kostet Nerven, besonders wenn Pausieren für eine Bonusmission nicht erlaubt ist. Doch die Steuerung lässt sich schnell verinnerlichen und dann steht dem Rätselspaß nichts mehr im Wege: Abwechslungsreiche Musik begleitet die hübschen Level, die je nach Land über die typischen architektonischen und geografischen Besonderheiten verfügen. Auch die Züge selbst sind in dem jeweiligen Stil gehalten und wer lieber ganz entspannt Strecken verlegen will, hat im Freeplay abseits der Missionen alle Gelegenheit dazu. Und Frust in der Kampagne ist auch kein Muss: Mit jedem Neustart eines Levels besteht die Chance auf eine andere Spawn-Reihenfolgen der Bahnhöfe und die Ziele der Züge können durch das Auswürfeln deutlich leichter ausfallen. Wer keinen Wert auf Vervollständigung aller Zusatzmissionen legt, kann das Rätselspiel in gut acht Stunden beenden. Für die 100% kann man aber gut und gerne die doppelte Zeit einberechnen. Die 11,99 Euro sind also gut angelegt, um sich für einige Tage mit dem Lösen der spaßigen und teils sehr fordernden Modelleisenbahn-Rätsel zu beschäftigen. Natürlich hoffe ich, dass sich die Entwickler noch der kleinen Problemen annehmen (der Bonus mit den unlimitierten Zusatzzügen kann aber gerne bleiben!) oder gar die Fortsetzung ebenfalls auf Nintendos Hybriden portieren.

Mag Züge - sehr: Nicola Hahn [501.legion] für PlanetSwitch.de

Vielen Dank an BlitWorks für die freundliche Bereitstellung des Reviewcodes.

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Spaß mit Zügen in einem anspruchsvollen Rätselspiel - leider mit kleinen Schnitzern

Wertung

Viele Level, deren Schwierigkeitsgrad immer weiter ansteigt

Abwechslung durch verschiedene Kontinente als Kapitel

Entspanntes Bauen im Freeplay

Steuerung ist gewöhnungsbedürftig

Gamebreaking Bug, der den Abschluss eines Levels verhindert

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1 Kommentar

profil 56 comments
[14.08.2022 - 18:48 Uhr]
pasc:
Hmm. Sieht nett aus.

Evtl mal reinschauen

Das Konsolen Editionen eher "komplett" sind find ich gut
(siehe z.B. Pascal's Wager)

Wo wir grad bei Zügen sind:
Astroneer hat letzens auch Züge via Update erhalten.
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Spielname:
Train Valley

Typ:
eShop Spiel

Jetzt Bestellen:
Zum Shop
Publisher:
BlitWorks

Developer:
Flazm Interactive Entertainment

Genre:
Strategie

Release:
27.07.2022 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre

eShop Preis:
11,99 €

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